Zum Inhalt springen
Netzhaut und Glaskörper

Interpretation von Farbfundusfotografien

1. Was ist die Beurteilung von Farbfundusfotografien?

Abschnitt betitelt „1. Was ist die Beurteilung von Farbfundusfotografien?“

Farbfundusfotografien liefern hochauflösende Bilder, die den bei der Fundusuntersuchung beobachteten Befunden entsprechen. Es gibt auch Geräte, die die natürlichen Farben des Augenhintergrunds ohne Bearbeitung wiedergeben und mit verschiedenen Aufnahmemodi und Filtern ausgestattet sind, um bestimmte Läsionen hervorzuheben.

Durch die zweidimensionale Aufzeichnung von Farbinformationen wie Blutungen (rot) und harte Exsudate (gelb-weiß) sowie morphologischen Veränderungen wie Makulaloch, Papillenexkavation und Gefäßanomalien wird eine objektive und zeitliche Beurteilung ermöglicht.

Die OCT liefert morphologische Details von Läsionen des hinteren Pols, jedoch keine Farbinformationen. Die Stärke der Farbfundusfotografie liegt darin, dass aus den Farbinformationen auf die Bestandteile der Läsion geschlossen werden kann.

Im Augenhintergrund finden sich die rote Farbe des Bluthämoglobins, die braune Farbe des RPE und des Aderhautmelanins, die gelbe Farbe des Makulapigments (Xanthophyll), die gelb-weiße Farbe harter Exsudate und die weiße Farbe von Cotton-Wool-Herden und nekrotischer Netzhaut.

Die folgenden Erkrankungen profitieren besonders von Farbfundusfotografien:

  • Diabetische Retinopathie (DR): Nützlich zur Dokumentation des Schweregrads, des Vorhandenseins von Papillenneovaskularisation/NVE (Optikusneuritis/Netzhautneovaskularisation) und des Behandlungserfolgs. Weitwinkelaufnahmen sind besonders effektiv für die Gesamtbeurteilung der DR1)
  • Netzhautvenenverschluss (RVO): Nützlich zur Dokumentation des Schweregrads der Netzhautbefunde, von NVE und des Ausmaßes intraretinaler Blutungen2)
  • Netzhautarterienverschluss (RAO): Nützlich zur Dokumentation des Schweregrads der Netzhautbefunde, des Gefäßdurchmessers, intraretinaler Emboli und des Vorhandenseins von Neovaskularisationen3)
Q Was ist der Unterschied zwischen Fundusfotografie und OCT?
A

Die Fundusfotografie zeichnet Farbinformationen und Formveränderungen zweidimensional auf und ermöglicht die visuelle Erfassung von Blutungen, Exsudaten, Gefäßanomalien und Pigmentveränderungen. Die OCT liefert detaillierte morphologische Informationen in Schnittbildern, jedoch keine Farbinformationen. Beide Verfahren werden komplementär eingesetzt.

2. Normalbefund und zu beobachtende anatomische Strukturen

Abschnitt betitelt „2. Normalbefund und zu beobachtende anatomische Strukturen“

Zur Unterscheidung von rechtem und linkem Auge auf Fundusfotos wird die Lagebeziehung von Sehnervenkopf und Makula genutzt. Der Sehnerv liegt immer nasal, die Makula immer temporal. Ist der Sehnerv in der rechten Bildhälfte sichtbar, handelt es sich um das rechte Auge; ist er in der linken Bildhälfte sichtbar, um das linke Auge.

Zur Lokalisation von Auffälligkeiten wird die Einteilung in vier Quadranten verwendet.

  • Hauptrichtungen: oben, unten, nasal, temporal
  • Kombinierte Richtungen: oben temporal, oben nasal, unten temporal, unten nasal

Die Papille (Sehnervenkopf) liegt nasal und ist gelb-orange bis pink mit scharfer Begrenzung. Temporal ist die Grenze besonders deutlich, nasal etwas unscharf.

Aufbau der Papille

Skleralring: Umrandet den äußeren Rand der Papille. Entsteht dort, wo die Sklera endet und Nervenfasern in das Auge eintreten.

Neuroretinaler Randsaum: Gewebe zwischen Exkavationsrand und Papillenrand. Besteht hauptsächlich aus Nervenfasern und Gliazellen, normalerweise pink.

Papillenexkavation: Zentrale, blasse, horizontal-ovale Vertiefung. Normales C/D-Verhältnis unter 0,5.

ISNT-Regel

Definition: Merkregel für die normale Verteilung der Dicke des neuroretinalen Randsaums.

Reihenfolge: Inferior (unten) > Superior (oben) > Nasal (nasal) > Temporal (temporal) in abnehmender Dicke.

Bedeutung: Eine Abweichung von diesem Muster deutet auf glaukomatöse Veränderungen hin.

Die zentrale Netzhautarterie und -vene treten aus dem Sehnervenkopf aus und teilen sich in vier Äste: oberer temporal, unterer temporal, oberer nasal und unterer nasal. Bei etwa einem Drittel der Bevölkerung existiert eine zilioretinale Arterie, die die Region um die Makula mit Blut versorgt.

  • Arterien sind dünner als Venen und haben eine hellere Farbe
  • Wenn der Durchmesser mehr als das 1-fache des Papillendurchmessers beträgt, spricht man von Arteriolen und Venolen
  • Makula: Etwa 2 Papillendurchmesser temporal und etwas unterhalb der Papille gelegen. Durchmesser ca. 5,5 mm. Die RPE-Zellen sind hoch und haben eine hohe Pigmentdichte, daher erscheint sie dunkler als die Umgebung.
  • Fovea: Zentrum der Makula, Durchmesser 1,5 mm. Lutein und Zeaxanthin tragen zur gelblichen Färbung bei.

Bedingungen für die Normalbeurteilung und Artefakte

Abschnitt betitelt „Bedingungen für die Normalbeurteilung und Artefakte“

Eine gleichmäßige Helligkeit des Bildes, guter Kontrast und eine klare Darstellung der Fundusstrukturen sind notwendige Bedingungen für die Normalbeurteilung.

Die wichtigsten Artefakte sind wie folgt:

  • Lichteinfall am Rand: verursacht durch Achsenverschiebung, Vor-/Rückverschiebung der Kamera oder Behinderung des Lichtwegs durch Wimpern
  • Flecken im Bild: weiße Flecken durch Verschmutzung der Objektivlinse, des internen Spiegels oder der Linse
  • Schwarzer zentraler Fleck: tritt häufig bei Aufnahmen von stark kurzsichtigen Augen auf
Q Wie unterscheidet man das rechte vom linken Auge?
A

Im Bild befindet sich die Sehnervenpapille auf der rechten Hälfte für das rechte Auge und auf der linken Hälfte für das linke Auge. Dies basiert auf dem anatomischen Prinzip, dass der Sehnerv immer nasal und die Makula immer temporal liegt.

  • Papillenblässe: Hinweis auf Ischämie durch Gefäßverlust oder Fibrose, Demyelinisierung, Gliose. Hauptursachen: anteriore ischämische Optikusneuropathie (AION), Optikusatrophie, Optikushypoplasie
  • Papillenhyperämie: Tritt bei Papillenödem oder Entzündung auf. Papillenödem durch erhöhten intrakraniellen Druck (Papillenödem) ist von „Optikusneuritis“ zu unterscheiden
  • Pigmentierung: Melanozytom der Papille (exzentrische schwarze Läsion), Infiltration durch Aderhautmelanom
  • Papillenödem: Gekennzeichnet durch unscharfe Grenzen und Hyperämie. Die Schweregradeinteilung nach der Frisen-Skala ist weit verbreitet
  • Pseudopapillenödem: Zustand, bei dem die Papille ohne Schwellung der Nervenfaserschicht vorgewölbt erscheint. Die Abgrenzung zum echten Papillenödem ist wichtig.
  • Peripapilläre Atrophie (PPA): Es gibt zwei Zonen: α-Zone (unregelmäßige Pigmentierung/Depigmentierung) und β-Zone (Durchscheinen der Sklera und großer Aderhautgefäße). Unspezifischer Befund bei hoher Myopie und Glaukom.
  • Myopischer Sichel: Weiße, depigmentierte, halbmondförmige Läsion temporal der Papille. Verursacht durch Dehnung der Sklera und Ausdünnung des RPE.
  • Papillenkerbe: Lokale Einbuchtung der Papillenkontur infolge eines fokalen Defekts der RNFL. Mit glaukomatösen Veränderungen assoziiert.
  • Markhaltige Nervenfasern: Weiß-graue, fleckige Läsion mit federartigen Rändern. Überdeckt darunterliegende Gefäße.
  • Papillengrube: Grau-weiße, runde oder ovale Vertiefung inferotemporal. Angeborene Anomalie.
  • Papillendrusen: Verkalkte, gelb-weiße, runde Ablagerungen. Die Papille ist höckerig vorgewölbt.
  • Arteriovenöses Kreuzungsphänomen (AV nicking): Kompression und lokale Verengung der benachbarten Vene durch eine sklerotische Arterie. Chronische Hypertonie ist die häufigste Ursache.
  • Mikroaneurysma: Kleine rote punktförmige Läsion. Häufig bei diabetischer Retinopathie.
  • Intravaskuläre Plaque: Cholesterin- (Hollenhorst-Plaque), Talk- oder Kalziumablagerungen an Gefäßverzweigungen.
  • Gefäßdiskontinuität: Durch Tumoreinbruch in Gefäße oder Nichtperfusion (z. B. bei BRAO oder kavernösem Hämangiom).
  • Harte Exsudate: Leuchtend gelb, scharf begrenzt. Lipidablagerungen durch chronische Gefäßleckage.
  • Weiche Exsudate (Cotton-Wool-Herde): Gelblich-weiß bis grau-weiß, unscharf begrenzt. Entstehen durch Infarkt der RNFL.
  • Makulärer Stern: Radiale harte Exsudate in der Makula. Charakteristisch für hypertensive Retinopathie und Neuroretinitis.
  • Zirkuläre weiße Flecken: Ringförmige Lipidablagerungen um Aneurysmen. Hinweis auf retinale Arteriolenaneurysmen

Blutungen unterscheiden sich je nach Netzhautschicht in Form, Farbe und Lage zu den Gefäßen. Details siehe Abschnitt „Prinzip der farbbasierten Läsionsinterpretation“.

Präretinale Blutung

Glaskörperblutung: Verdeckt die darunterliegende Netzhautstruktur. Mit der Zeit Schwerkraftsedimentation.

Subhyaloide Blutung: Beweglich, verschiebt sich bei Kopfpositionsänderung nach unten.

Sub-ILM-Blutung: Fixiert, bootsförmig, scharf begrenzt. Netzhautgefäße sind über der Blutung nicht sichtbar.

Intraretinale und subretinale Blutungen

Flammenförmige Blutungen: RNFL-Blutungen. Langgestreckte Form entlang der Nervenfasern, unscharfe Begrenzung. Bedecken nicht die oberflächlichen Gefäße.

Punkt- und fleckförmige Blutungen: Blutungen aus der tiefen Kapillarschicht. Dunkelrot, scharfe Begrenzung.

Roth-Flecken: Runde bis flammenförmige Blutungen mit weißem bis blassem Zentrum. Verursacht durch Thrombozyten- und Fibrinpfropfen.

Drance-Blutungen: Lineare Blutungen, die zur Papille hin schmaler werden. Assoziiert mit glaukomatösen Papillenveränderungen.

Subretinale Blutungen: Tiefrot, unregelmäßig geformt, unscharfe Begrenzung. Darüber verlaufende Netzhautgefäße sind durchscheinend sichtbar.

Sub-RPE-Blutungen: Dunkelrot, scharfe Begrenzung, begrenzt.

  • Kristalline Retinopathie: Zahlreiche kleine gelbe kristalline Ablagerungen. Ursachen: Talkum-Retinopathie, Bietti-Krankheit, Zystinose, Tamoxifen-Retinopathie u. a.
  • Epiretinale Membran (ERM) : Transparente bis weiße oder gelbe fibrovaskuläre Membran, die die Makula bedeckt. Membrankontraktion führt zum Verlust der Fovea-Grube und zu Falten auf der Netzhautoberfläche.
Q Wie beurteilt man die Tiefe einer Blutung auf Fundusfotos?
A

Die räumliche Beziehung zu den Netzhautgefäßen ist entscheidend. Wenn die Blutung die Gefäße bedeckt, liegt sie präretinal (Glaskörper/unter der ILM). Liegt sie zwischen den Gefäßen, ist sie intraretinal. Verlaufen Gefäße über der Blutung, handelt es sich um eine subretinale Blutung. Auch die Form der Blutung (flammenförmig, punktförmig, bootsförmig) hilft bei der Tiefenbestimmung.

Interpretationsbild der Farbfundusfotografie
Interpretationsbild der Farbfundusfotografie
Xiaohong Guo; Yingjie Wu; Yuhong Wu; Hui Liu; Shuai Ming; Hongpei Cui; Ke Fan; Shuyin Li; Bo Lei. Detection of superficial and buried optic disc drusen with swept-source optical coherence tomography. BMC Ophthalmol. 2022 May 13; 22:219. Figure 3. PMCID: PMC9107153. License: CC BY.
Multimodale Bildgebung einer typischen verdeckten ODD a Es gab kein auffälliges Pseudoödem der Papille. b Es wurde keine Autofluoreszenz nachgewiesen. c Die B-Scan-Sonographie zeigte starke Echopunkte mit Schallschatten. d Die horizontale Scanlinie entsprach e, die vertikale Scanlinie entsprach f. e/f Eine ODD befand sich nahe dem Rand der Papille (weißer Pfeil), und es gab keine stark reflektierende Masse um die Papille herum.

Ein korrektes Verständnis der Eigenschaften der einzelnen Aufnahmegeräte und -modi ist die Voraussetzung für eine angemessene Befundinterpretation.

Ein Vergleich der Eigenschaften der Aufnahmeverfahren ist unten dargestellt.

AufnahmeverfahrenLichtquelleBildwinkelMydriasis
Herkömmliche FunduskameraWeißlichtblitzca. 60 Graderforderlich
Ultraweitwinkel-FunduskameraLaser (rot, grün, blau)ca. 130–135 Gradnicht erforderlich
Handgehaltene Funduskamera25–40 Gradnicht erforderlich
  • Herkömmliche Funduskamera: Aufnahme von etwa 60-Grad-Bildern mit weißem Lichtblitz. Bildformat wählbar zwischen TIFF (unkomprimiert) oder JPEG (komprimiert).
  • Ultraweitwinkel-Funduskamera (z. B. Optos): Scanning-Laser-Technologie. Rote, grüne (und blaue) Laserstrahlen bewegen sich schnell durch das Pupillenzentrum und erzeugen aus den Punktdaten ein Pseudo-Farbbild. Aufnahme von etwa 130–135 Grad weiten Bildern ohne Pupillenerweiterung in kurzer Zeit. Besonders nützlich für die Gesamtbeurteilung der diabetischen Retinopathie1).
  • Handgehaltene Funduskamera (z. B. OPTOMED M5, iExaminer): Bildwinkel 25–40 Grad, ohne Pupillenerweiterung. Geeignet für die Aufnahme des hinteren Pols unterwegs.
  • Rotfreie Aufnahme: Schwarz-Weiß-Bild durch Extraktion der grünen und blauen Anteile. Hervorragende Darstellung von Blutungen, Mikroaneurysmen und RNFLD. Nützlich, wenn die RNFLD bei farbigen Weitwinkelaufnahmen aufgrund hoher Helligkeit nicht erkennbar ist.
  • Wellenlängenselektive Aufnahme: Blaues Licht → oberflächliche Schichten (RNFL), grünes Licht → Gefäßläsionen, rotes Licht → tiefe Schichten bis zur Aderhaut.
  • Fluoreszenzangiographie (FA): Aufnahme nach intravenöser Injektion von Fluorescein-Natrium. Hervorragend zur Erkennung von Netzhautanomalien (Gefäßwandveränderungen, Neovaskularisation, RPE-Anomalien). Beurteilung von Hyperfluoreszenz (Leckage, Fensterdefekt, Gewebeanfärbung, Farbstoffansammlung) und Hypofluoreszenz (Blockade, Füllungsverzögerung).
  • Indocyaningrün-Angiographie (ICG): Hauptsächlich zur Erkennung von Aderhautläsionen geeignet.
Q Was ist eine rotfreie Aufnahme?
A

Es handelt sich um ein Fundusfoto, das nur die grünen und blauen Anteile extrahiert und in Schwarz-Weiß umwandelt. Durch das Entfernen des Bluts (rot) wird der Kontrast von Blutungen, Mikroaneurysmen und retinalen Nervenfaserschichtdefekten (RNFLD) verbessert. In manchen elektronischen Patientenaktensystemen kann dies mit einem Klick umgewandelt werden.

5. Prinzip der Läsionsinterpretation basierend auf Farbinformationen

Abschnitt betitelt „5. Prinzip der Läsionsinterpretation basierend auf Farbinformationen“

Die Farbinformationen des Fundus sind unerlässlich, um die Bestandteile von Läsionen wie Blut, Melanin, Lipide und Nekrosegewebe abzuleiten.

Befunde, die rot erscheinen, werden grob in Blutungen, Gefäßanomalien und Pseudo-Rotläsionen unterteilt.

Schichtbestimmung von Blutungen (Beurteilung anhand der Lage zu Blutgefäßen)

Beziehung zu BlutgefäßenDiagnose
Blutung bedeckt BlutgefäßeGlaskörperblutung / präretinale Blutung
Pinselstrichartige Blutung (zwischen Gefäßen)Oberflächliche Netzhautblutung
Fleckförmige Blutung (zwischen Gefäßen)Intraretinale Blutung
Blutgefäße verlaufen über der BlutungSubretinale Blutung

Gefäßanomalien

Pseudorote Läsionen

  • Netzhautforamen: umgeben von trüber Netzhaut, erscheint das Foramen rötlich
  • Makulaforamen: im Foramenbereich erscheinen RPE und Aderhaut deutlicher
  • Pseudomakulaforamen: umgeben von einer weißlichen epiretinalen Membran, sieht aus wie ein Makulaforamen
  • Angeborene Melaninpigmentierung: Angeborene Hypertrophie des retinalen Pigmentepithels, Aderhautnävus
  • Erworbene Melaninpigmentierung: Melaninpigmentreste in Bereichen mit RPE- und Aderhautdegeneration/-atrophie, alte RPE-Ablösung, malignes Aderhautmelanom
  • RPE-Ablösung: runde/ovale Erhebungen oder radiale Rissmuster von der Papille

RPE-Degeneration/-Atrophie, RPE-Riss, Netzhaut-Aderhaut-Atrophie

Die Schichtklassifikation der Läsionen ist für die Diagnose nützlich.

  • Im Glaskörper: Weiss-Ring, synchysis scintillans, schneeballartige Trübungen (Sarkoidose), alte Glaskörperblutung
  • Papille: Papillendrusen (angeboren), anteriore ischämische Optikusneuropathie / Optikusatrophie (erworben)
  • Netzhautoberfläche: epiretinale Membran, Cotton-Wool-Herde (DR, hypertensive Retinopathie, Kollagenose)
  • Innerhalb der Netzhaut: weiße punktförmige Retinitis, Morbus Stargardt, Morbus Best (angeboren), harte Exsudate, ischämisch-nekrotische Netzhaut bei retinalem Arterienverschluss, nekrotische Netzhaut bei nekrotisierender Retinitis, weiße Gefäßscheiden (erworben), Retinoblastom, tuberöse Sklerose (neoplastisch)
  • Subretinal: harte und weiche Drusen (altersbedingt), Fibrinablagerungen (polypoide Chorioidopathie), Sarkoidknötchen, weiße Funduspunktsyndrome (entzündlich), alte subretinale Blutungen (altersbedingte Makuladegeneration), Aderhautosteom, metastatische Aderhauttumoren (neoplastisch)

Neben herkömmlichen Funduskameras (Weißlicht, ca. 60 Grad) verbreiten sich zunehmend scannende Ultraweitwinkel-Fundusaufnahmegeräte mit Laserlichtquelle. Sie ermöglichen Weitwinkelaufnahmen von ca. 130–135 Grad in kurzer Zeit ohne Pupillenerweiterung.

Bei Erkrankungen, bei denen periphere Läsionen wichtig sind, wie DR, retinaler Venenverschluss und Netzhautablösung, hat sich die Erfassung des Gesamtbildes erheblich verbessert. Ein weit verbreitetes Gerät ist die Optos-Serie. Die RetCam wird für pädiatrische Fundusaufnahmen (z. B. Beurteilung der Frühgeborenenretinopathie) eingesetzt.

Die DR-Behandlungsleitlinie (2024) der American Academy of Ophthalmology gibt an, dass die Weitwinkelfotografie besonders nützlich ist, um das gesamte Ausmaß der DR-Läsionen (DR burden) zu erfassen1).

Bei der Multicolor-Bildgebung mit einem Scanning-Laser-Ophthalmoskop (SLO) können Informationen aus verschiedenen Schichten je nach Wellenlänge gewonnen werden. Blaues Licht spiegelt die oberflächliche Schicht (RNFL), grünes Licht Gefäßläsionen und rotes Licht die tiefe Schicht bis zur Aderhaut wider.

Bei der Weitergabe von Fundusbefunden an andere medizinische Fachkräfte wird die Dokumentation auf Fundus-Charts mittels Farbcodes verwendet.

Die wichtigsten Farbcodes sind wie folgt (es gibt internationale Regeln).

  • Rot: Anliegende Netzhaut, Netzhautarterien, prä-/intra-/subretinale Blutungen
  • Blau: Abgelöste Netzhaut, Netzhautvenen, Netzhautfalten
  • Grün: Trübung der durchsichtigen Medien wie Glaskörperblutung
  • Schwarz: Netzhautpigmentierung, Aderhautpigmentierung
  • Gelb: Harte Exsudate, Makulaödem, aktive Netzhaut-Aderhautentzündung
  • Violett: Flache Neovaskularisation, Orange: Erhabene Neovaskularisation

  1. American Academy of Ophthalmology. Diabetic Retinopathy Preferred Practice Pattern. Ophthalmology. 2024.
  2. American Academy of Ophthalmology. Retinal Vein Occlusions Preferred Practice Pattern. Ophthalmology. 2024.
  3. American Academy of Ophthalmology. Retinal and Ophthalmic Artery Occlusions Preferred Practice Pattern. Ophthalmology. 2024.

Kopieren Sie den Artikeltext und fügen Sie ihn in den KI-Assistenten Ihrer Wahl ein.