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Hornhaut und äußeres Auge

Zweitmeinung zur refraktiven Chirurgie

1. Was ist eine Zweitmeinung bei refraktiver Chirurgie?

Abschnitt betitelt „1. Was ist eine Zweitmeinung bei refraktiver Chirurgie?“

Eine Zweitmeinung bedeutet, die Meinung eines anderen Augenarztes als des derzeit behandelnden Arztes zur Diagnose und Behandlungsstrategie einzuholen. Es handelt sich lediglich um eine Beratung, die sich grundlegend von einem Wechsel der medizinischen Einrichtung oder des behandelnden Arztes unterscheidet. Sie dient dazu, die Ansicht eines anderen Arztes zu erfahren und die erneute Beratung mit dem behandelnden Arzt zu unterstützen. Daher führt die Einrichtung, die die Zweitmeinung anbietet, keine neuen Untersuchungen oder Tests durch, sondern gibt ihre Meinung auf der Grundlage des vorgelegten ärztlichen Informationsschreibens ab. Da sie nicht von der Krankenversicherung gedeckt ist, trägt der Patient die Kosten selbst.

Die refraktive Chirurgie ist eine irreversible Behandlung, die in einen gesunden vorderen Augenabschnitt eingreift. Aufgrund der Unsicherheiten bezüglich der Langzeitprognose ist eine sorgfältige Beurteilung der Operationsindikation erforderlich1). Der Chirurg muss nicht nur die Qualifikation als Facharzt für Augenheilkunde der Japanischen Ophthalmologischen Gesellschaft besitzen, sondern auch fundierte Kenntnisse der Physiologie, Pathologie und Augenoptik des vorderen Augenabschnitts, einschließlich Hornhaut und Linse. Die Teilnahme an den von der Japanischen Ophthalmologischen Gesellschaft benannten Fortbildungskursen zur refraktiven Chirurgie sowie an von Herstellern veranstalteten Schulungen ist ebenfalls obligatorisch1).

Die Hauptsituationen, in denen bei refraktiver Chirurgie eine Zweitmeinung eingeholt wird, sind die folgenden.

  • Präoperativ: bei Unsicherheit über die Indikation (Verdacht auf Keratokonus, dünne Hornhaut, hohe Refraktionsanomalie)
  • Präoperativ: wenn man von einem anderen Spezialisten bestätigt haben möchte, ob eine Operation indiziert ist
  • Postoperativ: wenn die erwartete Sehkraft nicht erreicht wird oder schlechter ist als vor der Operation
  • Postoperativ: bei Komplikationen wie Halos, Blendung, trockenem Auge
  • Bei Überlegung einer erneuten Operation: Beurteilung der Indikation für eine Enhancements-Operation (Resthornhautdicke, Ektasierisiko)

Bei der Einholung der informierten Einwilligung muss der Patient klar darauf hingewiesen werden, dass er eine Zweitmeinung einholen kann, und sein Wille muss in der Einwilligungserklärung festgehalten werden.

Q In welchen Fällen sollte man eine Zweitmeinung einholen?
A

Da die refraktive Chirurgie irreversibel ist, ist eine Zweitmeinung sinnvoll, wenn Unsicherheit über die präoperative Indikation besteht (Verdacht auf Keratokonus, dünne Hornhaut, hohe Refraktionsanomalie) oder postoperativ die erwartete Sehkraft nicht erreicht wird, Komplikationen anhalten oder eine Enhancements-Operation vorgeschlagen wird, deren Indikation fraglich ist. Im Gegensatz zum Arztwechsel dient sie dazu, eine Meinung zur Unterstützung der erneuten Beratung mit dem behandelnden Arzt zu erhalten. Die Kosten trägt der Patient selbst, es handelt sich jedoch um ein anerkanntes Recht.

2. Hauptsymptome und klinische Befunde (Anlass für Zweitmeinung)

Abschnitt betitelt „2. Hauptsymptome und klinische Befunde (Anlass für Zweitmeinung)“
  • Verdacht auf Keratokonus bei präoperativer Untersuchung
  • Dünne Hornhaut, die eine ausreichende Reststromabettschicht (RSB) für die Korrektur erschwert
  • Hohe Refraktionsanomalie (sphärisches Äquivalent über -10 D) mit Bedenken hinsichtlich der Grenzen der Hornhautkorrektur
  • Junges Alter (18-20 Jahre) mit Bedenken hinsichtlich der Refraktionsstabilität
  • Wunsch zu überprüfen, ob die präoperativen Screening-Untersuchungen ausreichend durchgeführt wurden
  • Fern- oder Nahsicht weicht von den Erwartungen ab
  • Nachtsicht (Blendung, Halos) bessert sich nach der Operation nicht
  • Trockene Augensymptome bleiben bestehen und beeinträchtigen den Alltag
  • Augenermüdung und Kopfschmerzen halten nach der Operation an
  • Die Hornhauttopographie lässt ein Fortschreiten der Ektasie vermuten
  • Eine Enhancements-Operation (Verstärkung) wurde vorgeschlagen, aber es bestehen Bedenken hinsichtlich der Indikation

Bei fortschreitender Sehverschlechterung nach der Operation ist eine frühzeitige Beurteilung einer iatrogenen Hornhautektasie besonders wichtig 3).

Grundsätze der Behandlung in der Zweitmeinungssprechstunde

Abschnitt betitelt „Grundsätze der Behandlung in der Zweitmeinungssprechstunde“

Eine objektive und fachliche Meinung abgeben. Wissenschaftlich fundierte Ansichten äußern, ohne die Bewertung der aktuell behandelnden Einrichtung oder des Arztes, Angelegenheiten im Zusammenhang mit Kunstfehlern oder Rechtsstreitigkeiten oder Inhalte außerhalb des eigenen Fachgebiets zu kommentieren. Nach der Beratung einen Meinungsbericht erstellen und an den behandelnden Arzt senden.

3. Ursachen und Risikofaktoren (Risiken einer ungeeigneten Operation)

Abschnitt betitelt „3. Ursachen und Risikofaktoren (Risiken einer ungeeigneten Operation)“

Die Hauptursachen für Komplikationen nach refraktiver Chirurgie sind das Übersehen von Kontraindikationen, das Überschreiten der Korrekturgrenze und eine unzureichende Einwilligung nach Aufklärung (IC).

Folgende sind absolute Kontraindikationen; ihr Übersehen kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen 1).

  • Keratoconus: entwickelt sich nach der Operation zu einer Ektasie
  • Aktive äußere Augenentzündung: postoperatives Infektionsrisiko deutlich erhöht
  • Katarakt (nukleare Myopie): Risiko einer falschen Indikation
  • Schweres trockenes Auge: postoperative Verschlechterung, verminderte Sehqualität
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Hormonschwankungen führen zu instabiler Refraktion
  • Übersehen eines latenten Keratokonus: tritt auf, wenn Untersuchungen wie BAD-D und Epitheldickenkartierung unzureichend sind3)

Zu den Vorsichtsfällen gehören Glaukom, Bindegewebserkrankungen, Einnahme von Psychopharmaka, Herpes corneae in der Vorgeschichte und frühere refraktive Chirurgie1).

Bei der Excimer-Laser-Chirurgie (LASIK, PRK, SMILE) wird in der Regel bis zu 6D und nach Aufklärung maximal bis zu 10D korrigiert. Ein verbleibendes Hornhautstromabett von mindestens 250 μm ist zwingend erforderlich1). Phake Intraokularlinsen (phakic IOL) sind für Myopie ab 6D indiziert, bei 3D bis unter 6D mit Vorsicht, und über 15D mit großer Vorsicht1).

Wenn die folgenden Erklärungen unzureichend sind, kann dies postoperativ zu Patientenunzufriedenheit und Rechtsstreitigkeiten führen1).

  • Vollständige Erklärung von Komplikationen und Problemen (ca. 10 Punkte pro Operationsmethode)
  • Existenz alternativer Korrekturmöglichkeiten wie Brille und Kontaktlinsen
  • Bei Myopie unter 3D gibt es im presbyopen Alter Nachteile
  • Notwendigkeit, bei einem Arztbesuch in einem anderen Krankenhaus nach der Operation über eine frühere refraktive Chirurgie zu informieren

4. Diagnose und Untersuchungsmethoden (bei Zweitmeinung zu überprüfende Untersuchungen)

Abschnitt betitelt „4. Diagnose und Untersuchungsmethoden (bei Zweitmeinung zu überprüfende Untersuchungen)“
Pentacam 4-Panel-Hornhauttomographie für das LASIK-Prä-Screening: axiale Krümmung, anteriore Elevation, Pachymetrie, posteriore Elevation
Pentacam 4-Panel-Hornhauttomographie für das LASIK-Prä-Screening: axiale Krümmung, anteriore Elevation, Pachymetrie, posteriore Elevation
Amaris5. Augenlasern Voruntersuchung der Hornhaut Topographie vor LASIK OP. Wikimedia Commons. 2020. Source ID: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Augenlasern-Voruntersuchung-der-Hornhaut-Topographie-vor-LASIK-OP.jpg. License: CC BY-SA 4.0.
4-Panel-Hornhauttomographie mittels Pentacam (Scheimpflug-Kamera) vor LASIK. Oben links: axiale/sagittale Krümmungskarte (zentral 44–46 D, gleichmäßige Verteilung). Oben rechts: anteriore Elevationskarte (BFS 7,52, normale Abweichung innerhalb ±4 μm). Unten links: Pachymetriekarte (dünnste Stelle 514 μm, zentraler Bereich ~530 μm). Unten rechts: posteriore Elevationskarte (BFS 6,10, zentral ±5 μm). Entspricht der Hornhautformuntersuchung (Topographie/Tomographie), Hornhautdickenmessung und Ektasierisikobewertung, die im Abschnitt „4. Diagnose und Untersuchungsmethoden (bei Zweitmeinung zu prüfende Untersuchungen)“ behandelt werden.

Die von der Leitlinie für refraktive Chirurgie (8. Auflage) vorgeschriebenen präoperativen Screening-Untersuchungen sind wie folgt 1).

UntersuchungZweck
Sehschärfe (unkorrigiert und korrigiert)Bestätigung der refraktiven Korrektur
Refraktion (subjektiv, objektiv, unter Zykloplegie)Genaue Bestimmung der Stärke, Ausschluss von Pseudomyopie
KeratometrieErkennung von zu steiler oder zu flacher Hornhaut
SpaltlampenuntersuchungScreening auf Entzündungen, Katarakt und Hornhauterkrankungen
Hornhautformuntersuchung (Topographie/Tomographie)Erkennung von frustem Keratokonus und irregulärem Astigmatismus
HornhautdickenmessungRSB-Berechnung, Kontraindikationsbeurteilung
TränentestBeurteilung des trockenen Auges
AugenhintergrunduntersuchungÜberprüfung auf Netzhauterkrankungen und myopische Veränderungen
AugeninnendruckmessungGlaukom-Screening
PupillendurchmessermessungErforderlich für die Einstellung der optischen Zone
HornhautdurchmessermessungDesign des Flap- und Cap-Durchmessers
Hornhautendothelzelluntersuchung (zusätzlich für phake IOL)Risikobewertung für Endothelschäden
Vorderabschnittsbildanalyse (zusätzlich für phake IOL)Berechnung der Vorderkammertiefe und des Linsenvaults
IndexReferenzwertMerkmale
BAD-D<1,6: normal, >2,6: abnormalKombinierte Bewertung von anteroposteriorer Höhendifferenz und Hornhautdicke3)
PTA (prozentuale Gewebeveränderung)<40 %: geringes Risiko(Flapdicke + Ablationstiefe) ÷ präoperative zentrale Hornhautdicke7)
Randleman-Score0–2: geringes Risiko, ≥4: hohes RisikoKombination aus Alter, Hornhautdicke, Topographie, RSB und Korrektur
EpitheldickenkartierungEpithel-Donut-Muster = EktasieErmöglicht Unterscheidung von KL-Trägern

Der BAD-D ist ein Score, der fünf Parameter (dp, db, df, dt, dy) basierend auf dem anteroposterioren Höhenunterschied und der Hornhautdicke integriert 3). Ein PTA ≥ 40 % ist signifikant mit einer Hornhautektasie assoziiert, selbst bei Augen mit normaler präoperativer Hornhauttopographie 7). Die Epitheldickenkartierung zeigt bei ektatischen Erkrankungen ein „epitheliales Donut-Muster“ mit epithelialer Ausdünnung im Bereich der Hornhautsteilstellung, was eine Abgrenzung zum Kontaktlinsen-Warpage (epitheliale Verdickung im Steilstellungsbereich) ermöglicht 3).

Um eine Hornhautverformung durch Kontaktlinsen (Warpage) auszuschließen, werden die präoperativen Untersuchungen nach einer Tragpause von etwa 2 Wochen bei weichen Linsen und etwa 3 Wochen bei harten Linsen durchgeführt 3).

Q Welche Untersuchungsdaten sollte ich bei einer Zweitmeinung mitbringen?
A

Präoperative Hornhautformanalyse-Daten (Topographie/Tomographie), prä- und postoperative Refraktionswerte und korrigierte Sehschärfe sowie postoperative Verlaufsaufzeichnungen (Details zum Komplikationsmanagement) sind besonders wichtig. Falls möglich, hilft das Mitbringen aktueller Hornhauttopographie- und Vorderabschnitts-OCT-Daten bei der Beurteilung des Ektasie-Fortschritts. Da die Zweitmeinung auf der Grundlage des übermittelten Arztbriefs abgegeben wird, wird empfohlen, diesen vom behandelnden Arzt anzufordern, bevor ein Termin vereinbart wird.

5. Standardbehandlungen (Kriterien für die Wahl des Operationsverfahrens)

Abschnitt betitelt „5. Standardbehandlungen (Kriterien für die Wahl des Operationsverfahrens)“
Intraoperatives Foto einer LASIK: Saugring am Augapfel fixiert, unmittelbar vor der Erstellung des Hornhautflaps
Intraoperatives Foto einer LASIK: Saugring am Augapfel fixiert, unmittelbar vor der Erstellung des Hornhautflaps
Partensky P. Lasik eye surgery. Wikimedia Commons. 2011. Source ID: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lasik_eye_surgery.jpg. License: CC BY 2.0.
Während einer LASIK-Operation hält der Chirurg den blauen Saugring zur Augapfelfixierung an das Auge des Patienten, unmittelbar bevor mit dem Mikrokeratom der Hornhautflap erstellt wird. Die Augenlider werden mit einem Lidsperrer fixiert, und das Operationsfeld wird durch das Operationsmikroskop beleuchtet. Dieses Bild bezieht sich auf die im Abschnitt „5. Standardbehandlungen (Kriterien für die Wahl des Operationsverfahrens)“ behandelten flapbezogenen Komplikationen der LASIK (Free Cap, Flap-Falten, epitheliale Einsprossung).

LASIK

Indikation: Korrektur von Myopie und Astigmatismus (in der Regel bis 6 D, maximal bis 10 D)

Merkmale: Gleichzeitige Korrektur von Sphäre und Astigmatismus. Flap-bezogene Komplikationen (Free Cap, Flap-Falten, epitheliale Einsprossung) möglich.

Augmentationsoperation: Nachoperation durch Anheben des Flaps möglich.

Ektasierisiko: Höher als bei PRK oder SMILE.

PRK

Indikation: Korrektur von Myopie und Astigmatismus.

Merkmal: Da kein Flap erzeugt wird, bleibt das korneale Stromabett dick. Geringes Ektasierisiko.

Hinweis: Risiko einer postoperativen Hornhauttrübung (Haze). Vorbeugung durch Mitomycin-C (MMC)-Auftragung und Steroid-Augentropfen.

Erholung: Die Seherholung dauert länger als bei LASIK oder SMILE.

SMILE / KLEx

Indikation: Myopie bis 10 D, Astigmatismus bis 3 D1).

Merkmal: Kein Flap, Lentikelentfernung. Schonung der Hornhautnerven, geringes Risiko für trockene Augen2).

Planung: Minimale RST 220 µm, gesamte ungeschnittene Stromadicke 300 µm erhalten2).

Biomechanik: Die Kappe erhält die biomechanische Festigkeit der Hornhaut.

Phake Intraokularlinse (phakic IOL)

Indikation: Myopie ab 6 D, Alter 21–45 Jahre1).

Merkmal: Einsetzen einer Zusatzlinse unter Erhalt der natürlichen Linse. Vorteilhaft bei hoher Myopie.

Kontraindikationen: Flache Vorderkammer, Hornhautendothelschäden.

Komplikationen: Infektiöse Endophthalmitis, Halos, Blendung, Hornhautendothelschäden, erhöhter Augeninnendruck, Katarakt, Winkelblockglaukom, Netzhautablösung1).

Überprüfung des Korrekturbetrags und der verbleibenden Hornhautdicke

Abschnitt betitelt „Überprüfung des Korrekturbetrags und der verbleibenden Hornhautdicke“

Die Ablationstiefe bei LASIK wird mit der Munnerlyn-Formel geschätzt.

t = S²D / 3 (t: Ablationstiefe [μm], S: optischer Zonendurchmesser [mm], D: sphärisches Äquivalent)

RSB (Reststromabett) = zentrale Hornhautdicke − Ablationstiefe − Flapdicke, mindestens 250 μm (Sicherheitsbereich 300 μm). Bei SMILE wird ein Protokoll verwendet, das eine minimale RST von 220 μm und eine gesamte ungeschnittene Stromadicke von 300 μm vorsieht2). Eine optische Zone, die den Pupillendurchmesser um 15 % übersteigt, kann höhere Aberrationen wirksam unterdrücken3).

Bei der Einwilligung nach Aufklärung ist es erforderlich, die operationsspezifischen Komplikationen ausreichend zu erklären1).

  • Excimer-Laser (LASIK/PRK): Schmerzen, Hornhautinfektion, Halos/Blendung, irregulärer Astigmatismus, Steroidglaukom, subepitheliale Trübung (PRK), iatrogene Keratektasie, Flap-Anomalie (LASIK), DLK (diffuse lamelläre Keratitis), trockenes Auge
  • Phake IOL: postoperative infektiöse Endophthalmitis, Halos/Blendung, Hornhautendothelschädigung, erhöhter Augeninnendruck, Katarakt, Winkelblockglaukom, Netzhautablösung, Linsendezentrierung/-luxation, bullöse Keratopathie
  • SMILE: Hornhautschmerzen, DLK, Keratektasie, Lentikelprobleme (unvollständige Extraktion/Riss), Halos/Blendung
Q Wenn mehrere Operationsmethoden vorgeschlagen werden, wie wählt man aus?
A

Die Wahl der Operationsmethode erfolgt basierend auf Refraktionsstärke, Hornhautform, Lebensstil und Alter. Im Allgemeinen ist SMILE bei geringer bis mittlerer Myopie und Bedenken wegen trockenem Auge geeignet. Bei hoher Myopie (> -10 D) wird eine phake IOL in Betracht gezogen. PRK hat das geringste Ektasierisiko und wird auch bei dünnen Hornhäuten oder Nachkorrekturen gewählt. Bei einer Zweitmeinung kann die Begründung der vorgeschlagenen Methode (Resthornhautdicke, PTA, BAD-D-Wert usw.) von einem Dritten überprüft werden.

6. Pathophysiologie und detaillierte Entstehungsmechanismen

Abschnitt betitelt „6. Pathophysiologie und detaillierte Entstehungsmechanismen“

Optische Prinzipien und biomechanische Auswirkungen nach Operationsmethode

Abschnitt betitelt „Optische Prinzipien und biomechanische Auswirkungen nach Operationsmethode“

Das Grundprinzip der refraktiven Chirurgie besteht darin, die Brechkraft der Hornhaut oder des Auges zu verändern, um das Bild auf der Netzhaut zu fokussieren.

Excimer-Laser (LASIK/PRK/SMILE):

Das Hornhautstroma wird mit einem Excimer-Laser (Wellenlänge 193 nm) abgetragen, um die Hornhautkrümmung zu ändern. Bei Myopie wird der zentrale Bereich abgeflacht, bei Astigmatismus erfolgt eine asymmetrische Ablation. LASIK/PRK greifen von der Oberfläche zu, während SMILE das Lentikel unter einer Kappe extrahiert und so die vordere Hornhautstruktur schont. Die Auswirkung auf die biomechanische Festigkeit ist bei LASIK größer als bei PRK/SMILE.

Phake Intraokularlinse (phakic IOL):

Bei dieser Methode wird eine zusätzliche Linse vor der Augenlinse eingesetzt, um die Brechkraft des optischen Systems zu erhöhen. Da die Hornhaut nicht abgetragen wird, bleibt ihre Form erhalten. Allerdings birgt das Einbringen eines Fremdkörpers in die Vorderkammer langfristige Risiken wie eine Abnahme der Hornhaut-Endothelzelldichte, Schwankungen des Augeninnendrucks und die Entstehung von Katarakten.

Die postoperative Hornhautektasie wird durch die verminderte biomechanische Festigkeit des Hornhautstromas infolge der Ablation begünstigt. Das Risiko ist erhöht, wenn das verbleibende Stromabett unzureichend ist (RSB <250 μm) oder wenn der Eingriff bei Vorliegen eines latenten Keratokonus durchgeführt wird 3). Die minimalen Progressionskriterien für eine Ektasie sind die Dokumentation von mindestens zwei der folgenden Befunde: anteriore Steilheit, posteriore Steilheit und Ausdünnung 3).

Da bei PRK und SMILE kein Flap erzeugt wird, könnte die direkte Anwendung der LASIK-typischen PTA-Berechnung auf SMILE das Ektasierisiko überschätzen 2).

Bei Augmentationschirurgie nach LASIK (Flap-Lift) wurde eine hohe Inzidenz von epithelialem Einwachsen von etwa 32 % berichtet 5). In einem Fall eines schnell fortschreitenden epithelialen Einwachsens am ersten postoperativen Tag zeigte die Hornhauttopographie eine zeitliche Zunahme des anterioren Höhenunterschieds im nasalen unteren Quadranten und eine Hornhautverdickung an derselben Stelle, wobei der irreguläre schräge Astigmatismus von 0,6 D am ersten Tag auf 2,0 D am fünften Tag anstieg 5).

7. Aktuelle Forschung und zukünftige Perspektiven

Abschnitt betitelt „7. Aktuelle Forschung und zukünftige Perspektiven“

Die Nomogrammanpassung steht in direktem Zusammenhang mit der Genauigkeit und Vorhersagbarkeit der Laserchirurgie 2). Das präoperative sphärische Äquivalent ist der wichtigste Anpassungsfaktor, während auch Alter, Seitigkeit, Hornhautkrümmung, Hornhautdurchmesser und biomechanische Eigenschaften der Hornhaut relevant sind. Die personalisierte Anpassung durch künstliche Intelligenz (KI) gewinnt an Bedeutung, wobei eine höhere Genauigkeit als bei der herkömmlichen multivariaten Regressionsanalyse erwartet wird 2).

In einer prospektiven Studie von Rush et al. zeigte die topographiegesteuerte LASIK (TG-LASIK) unter Verwendung der Phorcides-Analysesoftware eine Verbesserung des globalen visuellen Zufriedenheitsindex nach dem PROWL-Fragebogen von präoperativ 4,07 auf postoperativ 5,00 (Maximum), wobei 100 % der Patienten postoperativ die höchste Zufriedenheit angaben 4). Die binokulare unkorrigierte Sehschärfe erreichte bei 100 % der Patienten nach 26 Wochen 20/16 oder besser 4). Bei Nachtsehen, Blendung, Halos und Symptomen des trockenen Auges wurden signifikante Verbesserungen festgestellt 4).

Es wurde berichtet, dass Patienten mit geringer Hornhautsteifigkeit ein 2- bis 3-fach höheres Risiko für einen verbleibenden Refraktionsfehler nach KLEx haben 2). Die Kombination biomechanischer Indizes mit topographischen Parametern hat die Vorhersagegenauigkeit von KLEx um über 25 % verbessert 2).

Die Hornhautdensitometrie mittels Scheimpflug-Kamera ist eine Technik, die die Hornhauttransparenz objektiv von 0 bis 100 GSU (Graustufeneinheiten) misst. In der prospektiven Studie von Balparda et al. (110 Augen) zeigte sie eine hervorragende Reproduzierbarkeit für Bereiche von 10 mm oder weniger, und eine Veränderung von 1,0 GSU oder mehr kann als klinisch signifikante Transparenzänderung angesehen werden 6). Sie könnte für die quantitative Bewertung von Hornhauttrübungen nach PRK nützlich sein 6).

  1. 日本眼科学会屈折矯正委員会. 屈折矯正手術のガイドライン(第8版). 日眼会誌. 2024;128(2):135-138.
  2. Ang M, Gatinel D, Reinstein DZ, et al. Evidence-based guidelines for keratorefractive lenticule extraction. Ophthalmology. 2025;132(4):404-418.
  3. American Academy of Ophthalmology Corneal Ectasia PPP Panel. Corneal Ectasia Preferred Practice Pattern. Ophthalmology. 2024.
  4. Rush SW, Pickett CJ, Wilson BJ, Rush RB. Topography-guided LASIK: a prospective study evaluating patient-reported outcomes. Clin Ophthalmol. 2023;17:2815-2824.
  5. Li X, Gu Y. Unusual visual impairment after enhancement refractive surgery. J Surg Case Rep. 2024;2:rjae074.
  6. Balparda K, MesaMesa S, MayaNaranjo MI, et al. Determination of the repeatability of corneal densitometry as measured with a Scheimpflug camera device in refractive surgery candidates. Indian J Ophthalmol. 2023;71:63-68.
  7. Santhiago MR, Smadja D, Gomes BF, et al. Association between the percent tissue altered and post-laser in situ keratomileusis ectasia in eyes with normal preoperative topography. Am J Ophthalmol. 2014;158(1):87-95.

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