Eine Bindehautrissverletzung (Conjunctival Laceration) ist ein durch äußere Krafteinwirkung verursachter Riss des Bindehautgewebes. Sie wird in der augenärztlichen Notfallversorgung häufig gesehen, doch wenn eine unter der Bindehautrissverletzung verborgene Skleraläsion oder ein Bulbusriss übersehen wird, kann das die Sehfunktion schwer beeinträchtigen.
Einordnung nach der Birmingham Eye Trauma Terminology (BETT)
Konjunktivale Lazerationen werden normalerweise als oberflächliche Lazerationen (lamellar laceration) bei geschlossener Bulbusverletzung eingestuft. Liegt jedoch eine offene Sklerawunde vor, handelt es sich um eine offene Bulbusverletzung (open globe), daher muss diese Möglichkeit bei der Untersuchung immer mitbedacht werden.
Die wichtigsten Verletzungsmechanismen bei konjunktivalen Lazerationen sind folgende.
Sportverletzungen: Häufig sind Schläge durch Bälle, Ellbogen oder Finger. Die Häufigkeit von Lidbindehautverletzungen bei sportbedingten Augenverletzungen beträgt bis zu 28 %.
Stürze und Zusammenstöße: Spielplatzunfälle und Stürze bei Kindern sowie Stürze bei älteren Menschen.
Verkehrsunfälle: direkte Traumata durch Teile im Fahrzeuginneren oder umherfliegende Trümmer.
Scharfe Verletzungen: Schnitte durch Glassplitter, Metallsplitter, Äste oder Fingernägel.
Berufliche Verletzungen: Verletzungen durch umherfliegende Trümmer und Werkzeuge in der Fertigungsindustrie und im Bauwesen.
Die Häufigkeit schwerer Augenverletzungen bei Kindern beträgt 11,8 pro 100.000 Einwohner und Jahr; Kinder machen mindestens 35 % der schweren Augenverletzungen aus, viele von ihnen sind unter 12 Jahren. Trauma ist die häufigste Ursache für Erblindung auf einem Auge bei Kindern, und selbst wenn die Verletzung harmlos erscheint, kann eine innere Schädigung vorliegen.
QKann eine Bindehautlazeration ohne Nähte heilen?
A
Kleine Bindehautlazerationen (etwa unter 1 cm) heilen oft innerhalb von 3 bis 5 Tagen von selbst, wenn nur antibiotische Augentropfen verwendet werden. Größere Lazerationen (1 cm oder mehr) oder solche mit stark auseinanderweichenden Wundrändern müssen mit 8-0 bis 9-0 resorbierbarem Nahtmaterial genäht werden. Unabhängig davon, ob eine Naht nötig ist, hat es jedoch Priorität, zuerst auszuschließen, dass unter der Bindehautlazeration eine Skleralazeration oder ein Bulbusriss verborgen ist.
Klinisches Foto mit einer Bindehautlazeration an der nasalen Seite des rechten Auges und geweiteter Pupille
Stahl A, Hosten N. Trauma to the Eye: Diffusion Restriction on MRI as a Surrogate Marker for Blindness. Tomography. 2023;9(1):413-419. Figure 1(a). PMID: 36828385. PMCID: PMC9968198. License: CC BY 4.0.
Klinische Aufnahme des vorderen Augenabschnitts nach der Verletzung (panel a), die eine oberflächliche Bindehautlazeration (conjunctival wound) und eine subkonjunktivale Blutung an der nasalen Seite des rechten Auges mit Mydriasis zeigt. Dies entspricht den klinischen Befunden der Bindehautlazeration und der subkonjunktivalen Blutung, die im Abschnitt «Hauptsymptome und klinische Befunde» behandelt werden.
Sehveränderungen: treten auf, wenn auch der Augapfel verletzt ist. Bei einer einfachen Bindehautlazeration ist eine Sehverschlechterung normalerweise nicht zu sehen.
Vorderkammerblutung/-verschwinden: traumatische Vorderkammerblutung und Verschwinden der Vorderkammer
Besonders wichtig ist, dass eine Bulbusruptur unter der Bindehaut verborgen sein kann. Wenn eine starke Bindehautblutung die Sklera verdeckt, kann sie eine Bulbusruptur überdecken. Die Kombination aus starker, zirkulärer Bindehautblutung über 360 Grad, niedrigem Augeninnendruck und verformter Pupille ist ein starker Hinweis auf eine okkulte Bulbusruptur und erfordert eine dringende Untersuchung.
Achten Sie außerdem auf ein Hyphema. Dabei sammelt sich nach einem Trauma Blut in der Vorderkammer an; das spricht für eine Sehverschlechterung, einen erhöhten Augeninnendruck oder eine Verletzung der Strukturen im Augeninneren.
QIst es okay, wenn nur das Weiße des Auges rot ist?
A
Eine Bindehautblutung nach einem Trauma kann zwar einfach eine harmlose subkonjunktivale Blutung sein, darunter kann sich aber auch eine Skleraverletzung oder eine Bulbusruptur verbergen. Vor allem bei zirkulärer Blutung über 360 Grad, niedrigem Augeninnendruck (das Auge fühlt sich weich an), verformter oder fixierter Pupille oder Austritt von Augeninhalt ist eine dringende Untersuchung nötig. Bei Rötung oder Blutung nach einem Trauma sollte immer eine augenärztliche Untersuchung erfolgen, um eine okkulte Bulbusruptur auszuschließen.
Bei stumpfem Trauma führt der Schlag auf das Auge zu einem raschen Anstieg des Augeninnendrucks, und eine Ruptur tritt eher an den dünnsten Stellen des Auges auf (zum Beispiel nahe dem Limbus oder im oberen Bereich der Sklera). Bei sportbedingten Augenverletzungen sind Verletzungen des vorderen Augenabschnitts am häufigsten (72 %), während Bindehaut und Augenlider in 28 % verletzt werden.
Ballsportarten: Baseball, Softball, Tennis, Badminton usw. Je höher die Ballgeschwindigkeit, desto schwerer die Verletzung.
Kampf- und Kontaktsportarten: Boxen, Judo, Rugby usw. Schläge mit Fäusten oder Ellenbogen sind häufig.
Stürze und Zusammenstöße: Fahrrad- oder Skateboardunfälle, Zusammenstöße mit Treppen oder der Ecke eines Tisches usw.
Verkehrsunfälle: Auslösen des Airbags, zerbrochene Windschutzscheibe, Aufprall auf das Lenkrad.
Bei stumpfen Traumata kann die einwirkende Kraft manchmal schwere Schäden wie eine Ausrissverletzung des Sehnervs verursachen. Auch Sportarten wie Boxen und Tauchen bergen ein Risiko für eine traumatische Netzhautablösung durch Risse an der Ora serrata oder große Netzhautrisse.
Bei direktem Trauma durch einen scharfen Gegenstand ist die Verletzungsstelle meist klar erkennbar und die Tiefe der Wunde relativ leicht zu beurteilen, aber auf einen zurückgebliebenen intraokularen Fremdkörper muss geachtet werden.
Glassplitter und Metallsplitter: beim Arbeiten umherfliegende Partikel. Sie können als intraokularer Fremdkörper zurückbleiben.
Baumzweige und Pflanzendornen: organische Fremdkörper mit hohem Infektionsrisiko. Manche Materialien sind in CT oder MRT schwer nachweisbar.
Nägel, Schreibwaren und Küchenutensilien: direkte Verletzungen durch Alltagsgegenstände.
Messer und Scheren: scharfe Schnittverletzungen, die oft mit tieferen Schäden einhergehen.
Bei Kindern unterscheiden sich Verletzungsmechanismus und -umstände von denen bei Erwachsenen. Häufig sind Verletzungen durch Spielplatzunfälle, Zusammenstöße beim Fangen spielen, spitze Spielzeuge oder Bleistifte. Da Kinder oft nicht gut mitarbeiten, ist die Untersuchung schwierig und die Verletzung kann unterschätzt werden. Außerdem sollte bei der Untersuchung auch die Möglichkeit von Misshandlung bedacht werden.
Lage, Ausmaß, Tiefe und Form der Lazeration beurteilen. Besonders die folgenden Punkte prüfen.
Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Skleraexposition: ob die weiße Sklera unter der Bindehaut freiliegt.
Austritt von Augeninhalt (Uvea): freiliegendes bräunliches Gewebe ist ein eindeutiger Befund einer offenen Bulbusverletzung.
360-Grad-umfassende Bindehautblutung: weist auf eine verdeckte Bulbusruptur hin.
Form und Reaktion der Pupille: Verformung oder fehlende Reaktion sind Zeichen einer Verletzung im Augeninneren.
Kinder sind oft nicht kooperativ. Wenn die Untersuchung nicht ausreichend ist, sollte eine Sedierung oder eine genaue Untersuchung in Allgemeinnarkose erwogen werden.
Die Fluorescein-Färbung hilft, das Ausmaß des Epitheldefekts zu bestätigen, und ist nützlich, um kleine perforierende Wunden nicht zu übersehen.
Seidel-Test: Fluorescein wird aufgetragen und unter Kobaltblau-Licht beobachtet. Wenn Kammerwasser austritt, wird das Fluorescein in einer stromartigen Linie verdünnt und zeigt einen positiven Befund, der eine offene Bulbusverletzung (Perforation oder Lazeration) bestätigt. Kleine Perforationen können auch negativ sein; bei Verdacht sollte daher die Abklärung im Operationssaal Vorrang haben.
Dient zur genauen Beurteilung der Lazeration (Breite, Länge, Tiefe und ob die Sklera freiliegt) sowie zur Kontrolle von Vorderkammertiefe, Entzündung und Blutung. Ist die Vorderkammer flach oder nicht mehr vorhanden, muss eine offene Bulbusverletzung stark vermutet werden.
Bei Verdacht auf eine offene Bulbusverletzung (Skleralazeration oder Bulbusruptur) ist die Augeninnendruckmessung kontraindiziert, da sie das Auge komprimiert. Beschränken Sie sich auf eine einfache Tastuntersuchung mit den Fingern (leichtes Auflegen mit zwei Zeigefingern über den Lidern). Ein niedriger Druck, mit weich wirkendem Auge, ist ein starker Hinweis auf eine Bulbusruptur.
Bei Verdacht auf einen metallischen intraokularen Fremdkörper sollte ein CT (dünne Schichten) durchgeführt werden. Bei nichtmetallischen Fremdkörpern (Holz, Kunststoff) sind sie im CT oft schwer darstellbar, und eine MRT mit T1-Wichtung kann gelegentlich hilfreich sein, jedoch nur, nachdem ein metallischer Fremdkörper ausgeschlossen wurde.
Verletzungsmechanismus (hochgeschleuderte Partikel), CT und Bestätigung der Eintrittswunde an der Spaltlampe
QKann man bei einer Bindehautlazeration den Augeninnendruck messen?
A
Wenn der Verdacht auf eine offene Verletzung (Skleralazeration oder Bulbusruptur) besteht, ist dies kontraindiziert, da das Aufsetzen des Tonometers auf das Auge Druck ausübt. Beschränken Sie sich auf eine einfache Beurteilung mit den Fingerspitzen über dem Lid, um die Festigkeit zu prüfen. Wenn eine Hypotonie vermutet wird oder die Diagnose durch die Untersuchung nicht gesichert werden kann, haben Bildgebung und eine genaue Untersuchung im Operationssaal Vorrang.
Kleine Konjunktivallazerationen unter etwa 1 cm benötigen oft keine Naht und heilen mit der folgenden konservativen Behandlung meist innerhalb von 3 bis 5 Tagen von selbst.
Antibiotische Augentropfen: Ein Breitspektrum-Antibiotikum wie Levofloxacin-Augentropfen 1,5 % 4-mal täglich anwenden.
Nachkontrolle: Nach 3 bis 5 Tagen erneut vorstellig werden, um die Heilung zu bestätigen.
Augenverband: Bei Bedarf verwenden, aber einen Verband, der auf das Auge drückt, vermeiden, bis eine offene Verletzung ausgeschlossen ist.
Behandlung kleiner Lazerationen (unter 1 cm)
Nur antibiotische Augentropfen: Levofloxacin 1,5 % usw., 4-mal täglich
Keine Naht erforderlich: Heilt natürlich, wenn die Ränder aneinanderliegen
Beobachtungszeitraum: Heilung nach 3 bis 5 Tagen bestätigen
Wiedervorstellung: Naht erwägen bei schlechter Heilung oder Zeichen einer Infektion
Behandlung großer Lazerationen und Begleitverletzungen
Konjunktivale Naht: 8-0 oder 9-0 Polyglactin 910 (resorbierbares Nahtmaterial)
Bei begleitender Skleraverletzung: Skleranaht im Operationssaal (7-0 bis 8-0 Nylonnaht)
Vollnarkose erwägen: bei Kindern oder wenn Blutung und Schwellung die Beurteilung erschweren
Offene Verletzung: Notoperation vorbereiten, Druck vermeiden und einen Augenschutz anlegen
Risse von 1 cm oder mehr oder mit stark auseinanderklaffenden Rändern müssen genäht werden.
Nahtmaterialwahl: resorbierbares Nahtmaterial wie 8-0 oder 9-0 Polyglactin 910 (Vicryl) verwenden. Resorbierbares Nahtmaterial muss nicht entfernt werden.
Tenonkapselverletzung: eine mit dem Bindehautriss einhergehende Verletzung der Tenonkapsel ebenfalls gleichzeitig reparieren.
Bei nicht resorbierbarem Nahtmaterial: bei Verwendung von 7-0 bis 8-0 Nylonfäden diese 1 bis 2 Wochen nach der Operation entfernen.
Postoperative Versorgung: antibakterielle Augentropfen (4-mal täglich) plus antibakterielle Augensalbe (vor dem Schlafengehen) verordnen.
Bei Verdacht auf eine Skleralruptur sind Untersuchung und Naht im Operationssaal (saubere Umgebung, gute Beleuchtung, vergrößerte Sicht) unerlässlich.
Skleranaht: mit 7-0 bis 8-0 Nylonfäden (nicht resorbierbar) nähen.
Vollnarkose erwägen: wenn die Rissverletzung bei Kindern oder wegen Blutung und Schwellung schwer zu bestätigen ist, eine Behandlung unter Vollnarkose erwägen.
Infektionsprophylaxe: Breitbandantibiotika als Augentropfen und als systemische Therapie (intravenöse Infusion) anwenden. Dies ist besonders wichtig, um eine Endophthalmitis zu verhindern.
Notfallmaßnahmen bei Vorfall von Augeninhalt und Bulbusruptur
Wenn ein Vorfall von Augeninhalt (z. B. der Uvea) bestätigt ist, haben die folgenden Maßnahmen Vorrang.
Druck vermeiden: Jede Maßnahme, die Druck auf das Auge ausübt, ist strikt verboten (einschließlich Augeninnendruckmessung und zu starkem Druck durch einen Augenverband).
Schutzschild anlegen: Ein Fox-shield-ähnlicher Augenschutz, der den Augapfel nicht berührt, sollte angelegt werden.
Schmerzmittel, Sedierung und Antiemetika: Um zu verhindern, dass sich der Vorfall durch einen Anstieg des Augeninnendrucks beim Erbrechen verschlimmert.
Nüchtern bleiben: Zur Vorbereitung auf die Operation (Allgemeinanästhesie).
Notfallmäßiger Verschluss der offenen Wunde: Die chirurgische Versorgung sollte rasch erfolgen, um das Risiko einer Endophthalmitis zu senken.
QMein Kind hat sich am Auge gestoßen. Müssen wir sofort zum Augenarzt?
A
Wenn nach einem Stoß aufs Auge Symptome wie Rötung, Blutung, anhaltender Tränenfluss oder die Unfähigkeit, das Auge zu öffnen, auftreten, sollte man schnell einen Augenarzt aufsuchen. Verletzungen sind die häufigste Ursache für Erblindung auf einem Auge bei Kindern, und auch wenn es äußerlich harmlos wirkt, kann im Inneren des Augapfels ein Schaden vorliegen. Besonders dringend ist eine Untersuchung, wenn sich der Augapfel weich anfühlt, die Pupille ungewöhnlich geformt ist oder das Weiße des Auges stark blutet.
6. Pathophysiologie und detaillierter Entstehungsmechanismus
Dies ist der Mechanismus, bei dem ein scharfes Objekt die Bindehaut direkt durchtrennt. Die Verletzungsstelle ist klar erkennbar, und die Risswunde ist meist gerade oder einfach unregelmäßig geformt. Die Tiefe hängt von Form, Geschwindigkeit und Winkel des Objekts ab und reicht von einer oberflächlichen Lazeration bis zu einer Verletzung voller Dicke (Freilegung oder Perforation der Sklera). Organische Fremdkörper wie Holzsplitter oder Pflanzen bergen ein hohes Infektionsrisiko, und auf eine Endophthalmitis durch Bodenbakterien wie Bacillus-Arten muss geachtet werden.
Ein Schlag auf den Augapfel führt zu einem plötzlichen Anstieg des Augeninnendrucks, wodurch es an der dünnsten und schwächsten Stelle der Augenwand zu einer Lazeration oder Ruptur kommt. Das stumpfe Trauma hat folgende Merkmale:
Verletzlichkeit nahe dem Limbus: Der Limbus, an dem Sklera und Hornhaut aufeinandertreffen, ist strukturell dünn und neigt bei stumpfem Trauma zu Lazeration oder Ruptur.
Elastizität der Bindehaut: Da die Bindehaut sehr elastisch ist, kann bei stumpfem Trauma die darunterliegende Sklera reißen, obwohl die Bindehaut selbst intakt erscheint. Das ist der Hauptmechanismus einer versteckten Augapfelruptur.
Ausbreitung in den hinteren Teil des Augapfels: Ein Schlag von vorn kann einen plötzlichen Anstieg des Augeninnendrucks verursachen, und eine Ruptur kann auch an dünnen Stellen der hinteren Sklera auftreten (zum Beispiel um die Siebplatte herum).
Lazerationen nahe dem inneren Augenwinkel und Tränenkanalruptur
Bei Bindehautrissen nahe dem inneren Augenwinkel (medialer Kanthus) muss an eine begleitende Tränenkanalruptur gedacht werden. Das Tränenkanälchen liegt direkt unter der Bindehaut und kann durch direkte oder indirekte Zugkräfte reißen. Besonders häufig ist die Ruptur des unteren Tränenkanälchens; wird sie übersehen, kann sie zu chronischem Tränenfluss (überlaufenden Tränen) führen.
Einfache Bindehautrisswunde: gute Prognose. Bei angemessener Behandlung heilt sie in der Regel innerhalb von 1 bis 2 Wochen ab.
Mit Sklerariss: Die Prognose ist relativ gut, wenn die Sklera korrekt verschlossen wird, aber es besteht das Risiko einer Endophthalmitis.
Mit Bulbusruptur: Die Sehprognose ist häufig schlecht. Insbesondere die Sehschärfe zum Zeitpunkt der Verletzung, der Augeninnendruck und das Vorliegen eines Austritts von Augeninhalten beeinflussen die Prognose. Es können auch nicht behandelbare Verletzungen wie Choroidalruptur und Kontusionsnekrose der Netzhaut vorliegen, sodass manchmal die Entscheidung zwischen Beobachtung und verzögerter Operation erforderlich ist.
Epidemiologische Studien zur Häufigkeit von Augenverletzungen und zu Verletzungsmustern je nach Sportart machen Fortschritte. Es mehren sich Berichte, dass eine Pflicht zum Tragen von Schutzbrillen mit Polycarbonatgläsern sportbedingte Augenverletzungen deutlich verringern kann. Die Verbreitung von Schutzbrillen in Sportverbänden und im Schulsport ist eine zukünftige Aufgabe.
Nichtinvasive Beurteilung mit anteriorer Segment-OCT
Der Einsatz der optischen Kohärenztomographie des vorderen Augenabschnitts (anterior segment OCT) könnte eine nichtinvasive Beurteilung der Schichtstruktur von Bindehaut und Sklera ermöglichen. Ihre Anwendung zum Ausschluss offener Verletzungen und zur Überwachung des Heilungsverlaufs wird erwartet.
Sehmanagement nach Augenverletzungen im Kindesalter
Nach Augenverletzungen im Kindesalter besteht das Risiko einer Amblyopie (gestörte Sehkraftentwicklung). Es werden Studien zum langfristigen Sehverlauf nach der Verletzung und zum geeigneten Zeitpunkt für den Beginn einer Amblyopiebehandlung (z. B. Okklusionstherapie) durchgeführt.
Zhou Y, DiSclafani M, Jeang L, Shah AA. Open Globe Injuries: Review of Evaluation, Management, and Surgical Pearls.Clin Ophthalmol. 2022;16:2545-2559. PMID: 35983163. PMCID: PMC9379121. (PMC)
開放性眼球損傷の評価・管理・手術手技を包括的にレビュー。Seidel試験・眼圧測定の禁忌・前房評価・受傷後12〜24時間以内の早期閉鎖の重要性を解説しており、結膜裂傷の下に隠れた強膜裂傷・眼球破裂の除外と緊急手術判断の根拠として参照した。
Ohana O, Alabiad C. Ocular related sports injuries.J Craniofac Surg. 2021;32(4):1606-1611. PMID: 33741878. PMCID: PMC8192440. (PMC)
米国で年間4万件超のスポーツ関連眼外傷が発生し、その90%はポリカーボネート製保護眼鏡(通常眼鏡の20倍の保護効果)の着用で予防可能であることを報告。本記事におけるスポーツ眼外傷の予防と保護眼鏡推奨の根拠とした。
Chaudhary A, Carr EW, Bogan F, Liu JX, Hajrasouliha AR. An Analysis of Ocular Trauma Resulting From Pediatric Sports Injuries.Clin Ophthalmol. 2025;19:507-517. PMID: 39963522. PMCID: PMC11831506. (PMC)
小児スポーツ眼外傷1,290例の10年間レトロスペクティブ研究。野球(38.5%)・バスケットボール(16.9%)・サッカー(14.9%)が主要原因で、約90%が予防可能と結論。年齢別の受傷機転(年少児では野球、年長児ではサッカー・フットボール)の記述根拠とした。
Al-Battashy A, Al-Mujaini AS. Canalicular lacerations: Techniques used and timing to intervene.Oman J Ophthalmol. 2023;16(2):201-204. PMID: 37602159. PMCID: PMC10433052. (PMC)
涙小管裂傷は眼瞼裂傷の16〜20%に合併し、内眼角付近の結膜裂傷で見逃すと慢性流涙の原因となる。顕微鏡下縫合(gold standard)と早期修復の重要性を示しており、本記事の「内眼角付近の裂傷と涙小管断裂」の項の根拠とした。
Stahl A, Hosten N. Trauma to the Eye: Diffusion Restriction on MRI as a Surrogate Marker for Blindness.Tomography. 2023;9(1):413-419. PMID: 36828385. PMCID: PMC9968198. (PMC)
穿通性眼外傷後の視神経損傷をMRI拡散強調像で評価した症例報告。視診で完全評価が困難な開放性外傷における画像検査の補助的役割を示しており、本記事の「画像検査」の項および臨床写真(Figure 1a, CC BY 4.0)の引用元とした。
Kopieren Sie den Artikeltext und fügen Sie ihn in den KI-Assistenten Ihrer Wahl ein.
Artikel in die Zwischenablage kopiert
Öffnen Sie unten einen KI-Assistenten und fügen Sie den kopierten Text in den Chat ein.