Konservative Behandlung
Kosmetische Kontaktlinsen (cosmetic CL)
Spontanreposition durch Mydriatika (bei Iris-Capture: Versuch der Spontanreposition in Rückenlage)
Beobachtung (bei leichter Pupillendeformität mit geringen Symptomen)
Die Irisreparatur (iris repair surgery) ist ein Sammelbegriff für Operationsverfahren, die angeborene, traumatische oder postoperative Irisdefekte oder -schäden chirurgisch reparieren. Dieser Artikel konzentriert sich auf Naht- und Plastikverfahren unter Erhaltung des patienteneigenen Irisgewebes (Pupilloplastik, Iridoplastik).
Die Indikation für eine Irisreparatur im Vergleich zu einem künstlichen Irisimplantat hängt von der Menge und Qualität des verbleibenden Irisgewebes ab. Wenn ausreichend Irisgewebe vorhanden ist, wird die Eigenirisnaht gewählt; bei ausgedehnten Schäden oder Atrophie, die eine Naht unmöglich machen, ist ein künstliches Irisimplantat (siehe separater Artikel) indiziert. IOL mit Irisblende und künstliche Iris sind derzeit in Japan nicht zugelassen, und die Pupilloplastik durch Irisnaht, die keine speziellen Instrumente erfordert, ist ein relativ leicht zugängliches Verfahren.
Klassifikation von Irisverletzungen nach Lokalisation (AAO PPP) 1):
Es gibt keine unabhängigen epidemiologischen Daten. In Japan werden jährlich etwa 1,6 Millionen Kataraktoperationen durchgeführt; die genaue Häufigkeit von Irisverletzungen als Komplikation ist unbekannt, aber die Prävalenz des IFIS wird mit etwa 1–2 % aller Kataraktoperationen angegeben.
Die Irisrekonstruktion ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem das verbliebene eigene Irisgewebe des Patienten genäht und geformt wird, um die Pupille wiederherzustellen. Sie ist indiziert, wenn ausreichend Irisgewebe vorhanden ist, erfordert keine speziellen Instrumente und kann in Japan ohne Verwendung eines künstlichen Implantats durchgeführt werden, das eine Zulassung benötigt. Künstliche Irisimplantate hingegen sind für ausgedehnte Irisverletzungen oder Irisatrophie (einschließlich Aniridie) indiziert, bei denen eine Naht nicht möglich ist. Ein erzwungenes Nähen könnte die Iris zerreißen und unnötige Traumata verursachen, daher ist die richtige Indikationsstellung wichtig.
| Ursache | Typische Befunde | Komplikationen |
|---|---|---|
| Angeborenes Kolobom | Unterer (inferotemporal) Irisdefekt, am Pupillenrand am breitesten | Mikrophthalmus, Katarakt, Aderhautkolobom, Glaukom, Netzhautablösung |
| Traumatisch | Irisriss, Iridodialyse, Hyphäma | Linsenluxation, Zyklodialyse, Katarakt |
| Nach Kataraktoperation | Pupillendeformität, schlechte Transparenz, Iris-Capture | IOL-Dezentrierung, Hornhautendothelschaden |
| IFIS-Folgen | Irisatrophie, durchscheinender Irisdefekt | Paralytische Mydriasis, Zunahme höherer Aberrationen |
Photophobie und Blendung bleiben bestehen und die Lebensqualität nimmt ab. Bei einer zu großen Pupille treten leicht höhere Aberrationen und Kontrastminderung auf 5). Auch eine monokulare Diplopie durch eine unregelmäßige Pupille bleibt bestehen. Die Fundusuntersuchung wird durch erschwerte Pupillenerweiterung beeinträchtigt, was die Früherkennung von Makula- und Netzhauterkrankungen verzögern kann. Bei angeborenem Kolobom können Netzhautrisse und -ablösungen im Bereich des Aderhautdefekts auftreten, weshalb regelmäßige Fundusuntersuchungen wichtig sind.
Angeborene Faktoren
Erworbene Faktoren
Die für die präoperative Beurteilung der Irisnaht erforderlichen Untersuchungen sind unten aufgeführt.
| Untersuchung | Ziel | Details |
|---|---|---|
| Spaltlampenuntersuchung | Beurteilung des Irisdefekts | Lage, Größe und Form des Defekts. Vorhandensein von Transilluminationsdefekten. |
| Vorderabschnitts-OCT (AS-OCT) | Detaillierte Beurteilung der Irisstruktur und des Kammerwinkels | Bestätigung der Irisdicke, des Defektausmaßes und der IOL-Position. |
| Fundusuntersuchung | Beurteilung von Komplikationen | Bestätigung von Aderhautkolobom, Netzhautkolobom und Sehnervkolobom (bei angeborenen Fällen). |
| Untersuchung der Hornhaut-Endothelzellen | Präoperativer Ausgangswert | Messung der Hornhaut-Endothelzelldichte mittels Spekularmikroskopie |
| Augeninnendruckmessung | Bestätigung eines begleitenden Glaukoms | Risikobewertung eines postoperativen Augeninnendruckanstiegs |
| Erhebung der Medikamentenanamnese | Identifizierung von IFIS-auslösenden Medikamenten | Die Überprüfung der Einnahme von α₁-Blockern (Tamsulosin etc.) ist von größter Bedeutung |
| Systemische Untersuchung | Bestätigung angeborener Syndrome | Beurteilung assoziierter Erkrankungen (Herzerkrankungen, Choanalatresie, Schwerhörigkeit) wie beim CHARGE-Syndrom |
Präoperative Simulation: Unter Verwendung des Iris-Cerclage-Rings als Marker die Position der Nahtstellen bestätigen und präoperativ beurteilen, ob die Iris beim Knoten ohne Schwierigkeiten zusammengeführt werden kann.
Dieser Abschnitt ist der Kern dieses Artikels und beschreibt die Technik der Irisnaht im Detail.
Konservative Behandlung
Kosmetische Kontaktlinsen (cosmetic CL)
Spontanreposition durch Mydriatika (bei Iris-Capture: Versuch der Spontanreposition in Rückenlage)
Beobachtung (bei leichter Pupillendeformität mit geringen Symptomen)
Irisnaht (Pupilloplastik)
Indikationen : partielles Iriskolobom, paralytische Mydriasis (IFIS-Folgen, nach Glaukomanfall), ausreichendes Irisgewebe vorhanden
Nahtmaterial : 10-0/9-0 Polypropylen (Prolene) Faden
Merkmale : kein spezielles Instrument erforderlich, in Japan leicht verfügbar
Künstliche Iris-Implantate (→ separater Artikel)
Indikationen : ausgedehnter Irisschaden, Irisatrophie mit nicht möglicher Naht, kongenitale Aniridie
Hinweis : In Japan sind künstliche Iris und Iris-IOL derzeit nicht zugelassen (Stand 2024)
Erzwungene Naht birgt das Risiko eines Irisrisses; bei ausgedehnten Schäden künstliche Iris-Implantate in Betracht ziehen
Je nach Situation eine der folgenden drei Methoden wählen.
| Knotenmethode | Prinzip | Merkmale |
|---|---|---|
| Siepser-Slipknot-Technik2) | Nur über Seitenportale durchgeführt. Der Faden auf der Iris wird mit einem Haken/einer Pinzette herausgezogen, um eine Schlaufe zu bilden → das Ende wird zweimal durch die Schlaufe geführt und außerhalb des Auges geknotet | Hohe Freiheit bei der Knotenposition. Vorsicht: unkontrolliertes Ziehen am Faden kann die Iris verletzen |
| McCannel-Methode3) | Eine lange Nadel durchsticht beide Irisenden und den Limbus durch den Hauptschnitt → doppelter Knoten außerhalb des Auges | Einfach durchzuführen, wenn Schnitt und Knotenposition nahe beieinander liegen. Einfache Handhabung |
| SFT-Methode (Single-Pass Four-Throw)4) | Das Ende wird viermal durch die Schlaufe geführt, um den Knoten in einem Durchgang zu vollenden | Effizient, da der Knotenvorgang innerhalb und außerhalb der Vorderkammer in einem Schritt erfolgt |
Herkömmliche Methoden (Inzision des oberen gesunden Pupillenrands oder einfache Naht unterhalb des Koloboms) hinterlassen oft Pupillenunregelmäßigkeiten und -dezentrierung. Modifizierte Techniken umfassen die folgenden.
Bei ausgedehnten Irisschäden oder atrophischer Iris kann eine erzwungene Naht zu einem Irisriss und unnötiger Morbidität führen. Diese Fälle sind für künstliche Irisimplantate geeignet; siehe den Artikel Prosthetic-Iris-Devices.
Wenn nach IOL-Implantation trotz Miotika und Iriszug eine Mydriasis von etwa 6 mm oder mehr bestehen bleibt, ist eine gleichzeitige Pupilloplastik indiziert. Nach einem Trauma kann etwa 2 Wochen nach der Verletzung eine gleichzeitige Operation mit PEA + IOL + Irisnaht durchgeführt werden. Wenn die Operation jedoch komplex wird oder Unsicherheit besteht, ist eine zweizeitige Operation sicherer.
Bei ausgedehnten Irisschäden oder schwerer Irisatrophie kann die Naht selbst schwierig oder unmöglich sein. Eine erzwungene Naht kann zu einem Irisriss und weiterer Schädigung des Irisgewebes führen. In solchen Fällen ist die Implantation einer künstlichen Iris eine Option. Da die künstliche Iris in Japan derzeit nicht zugelassen ist, ist eine Behandlung in spezialisierten Einrichtungen erforderlich.
Der Augenbecher umschließt das Gewebe, das den Augeninhalt bilden soll, indem er es von oben einwickelt und sich schließlich unten schließt. Wenn dieser Verschluss in der Embryonalzeit unvollständig ist, entsteht ein typisches Iriskolobom unten (nasal inferior). Es kann mit Ziliarkörperkolobom, Aderhautkolobom oder Sehnervkolobom einhergehen. Bei angeborenem Iriskolobom mit Zonuladefekt wird die Linse instabil, was die Kataraktoperation erschwert.
Bei stumpfem Trauma kommt es durch Augenverformung zu einer Iridodialyse oder einem Sphinkterriss. Bei perforierendem Trauma kommt es zu einer direkten Schädigung oder einem Prolaps der Iris.
α₁-Adrenozeptor-Antagonisten (z. B. Tamsulosin) induzieren eine atrophische Degeneration des Pupillendilatatormuskels. Diese Degeneration ist irreversibel und kann auch durch präoperatives Absetzen des Medikaments nicht verhindert werden. Die degenerierte Iris ist fragil und birgt ein hohes Risiko für intraoperative Verletzungen, die zu einer Pupillendeformität nach Irisverletzung führen können.
Die Sehschärfe ist oft gut, wird jedoch schlecht, wenn das Kolobom die Makula einbezieht. Eine Netzhautablösung kann durch Netzhautrisse innerhalb oder am Rand des Aderhautkoloboms auftreten, und die Prognose ist oft ungünstig. Wenn bei angeborenem Kolobom eine Katarakt vorliegt, ist die Operation aufgrund von Mikrophthalmie, Fehlen der Zonula Zinnii und schlechter Pupillenerweiterung oft schwierig. Verbesserte Techniken für das Iriskolobom (Cionni-Methode, Ogawa-Methode) wurden berichtet, um die Rundheit und Zentrierung der Pupille zu verbessern6)7).
Fallberichte zeigen gute Ergebnisse mit einer postoperativen korrigierten Sehschärfe von 1,0 bis 1,2. Das Ausmaß der Sehschärfenverbesserung hängt jedoch von der Ursache und dem Ausmaß der Irisschädigung sowie von begleitenden Augenerkrankungen (Netzhauterkrankungen, Hornhautendothelstörungen usw.) ab. Die Hauptwirkungen der Irisreparatur sind oft die Verringerung von Photophobie und Blendung, das Verschwinden von monokularem Doppelsehen und die kosmetische Verbesserung, eher als die Verbesserung der Sehschärfe. Bei angeborenem Kolobom mit Makulabeteiligung ist die Sehschärfenverbesserung begrenzt.