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Refraktive Korrektur

Monovision (Korrektur des Unterschieds zwischen den Augen durch Kontaktlinsen oder Operation)

Die Monovisionsmethode (monovision technique) ist eine Korrekturmethode, bei der ein Auge für die Ferne und das andere für die Nähe korrigiert wird, um durch das monokulare Sehen jedes Auges die Fern- und Nahsicht abzudecken.

Ursprünglich bezeichnet „Monovision“ einen Zustand, bei dem ein Auge emmetrop (oder nahezu emmetrop, dominantes Auge) und das andere mäßig myop (nicht-dominantes Auge) ist, was bei fehlender Korrektur während des Wachstums zu einer Beeinträchtigung des normalen binokularen Sehens führt. Die Anwendung zur Presbyopiekorrektur ahmt diesen physiologischen Zustand bewusst nach.

Für Patienten mit Presbyopie kann diese Methode auf drei Wegen umgesetzt werden: Kontaktlinsen, refraktive Chirurgie und Intraokularlinsen (IOL). Darüber hinaus ist es nach refraktiver Chirurgie oder im Presbyopiealter wichtig, nicht nur die Fernsicht, sondern auch die mittlere und Nahsicht zu berücksichtigen und eine schwächere Korrektur oder Monovision zu wählen.

Historischer Hintergrund und Stellenwert der Monovisionsmethode:

Die Monovisionsmethode wurde in den 1970er-80er Jahren als Korrektur der Presbyopie mit Kontaktlinsen entwickelt. Inspiriert durch die Beobachtung, dass anisometrope Patienten unter Kontaktlinsen sowohl Fern- als auch Nahsicht hatten, wurde sie später auch in der refraktiven Chirurgie wie LASIK und PRK übernommen. Auch bei der IOL-Stärkenberechnung während der Kataraktchirurgie ist sie als Alternative für Patienten etabliert, die keine multifokale IOL wünschen oder dafür nicht geeignet sind. Eine Überkorrektur, die zu Hyperopie führt, kann bei Naharbeit zu Augenermüdung führen, daher ist bei der Korrekturgestaltung im presbyopen Alter besondere Vorsicht geboten.

Q Was ist die Monovisionsmethode für eine Korrekturmethode?
A

Es ist eine Methode, bei der ein Auge für die Ferne (Emmetropie oder Fernkorrektur) und das andere Auge für die Nähe (Restmyopie oder Nahaddition) eingestellt wird, und durch das monokulare Sehen jedes Auges werden Fern- und Nahsicht abgedeckt. Ziel ist es, ohne Brille sowohl Fern- als auch Nahsicht zu erreichen. Allerdings wird das binokulare Stereosehen reduziert, was bei Aufgaben, die Tiefensehen erfordern, nachteilig ist.

Patienten mit den folgenden Merkmalen sind gute Kandidaten für die Monovisionsmethode.

  • Präoperative Erfahrung mit Anisometropie (z. B. lange Zeit mit unkorrigierter Myopie auf einem Auge)
  • Dominantes Auge klar bestimmbar
  • Binokulare Sehfunktion (Stereosehen) relativ gut erhalten
  • Kein Beruf oder Tätigkeit, die Tiefensehen erfordert
  • Anpassung an Monovision im Kontaktlinsenversuch gezeigt
  • Keine regelmäßige präzise Naharbeit (Handwerk, Präzisionsinstrumente usw.)

In den folgenden Fällen ist die Monovisionsmethode nicht geeignet oder erfordert eine sorgfältige Beurteilung.

  • Schlechtes stereoskopisches Sehvermögen
  • Berufe, die Tiefensehen erfordern (Flugzeugpiloten, Fahrer, Baugewerbe usw.)
  • Schlechte Anpassung im Kontaktlinsenversuch
  • Simultansehen (dominantes Auge nicht bestimmt)
  • Patienten, die täglich hochpräzise Arbeiten ausführen
  • Patienten, die bei starker postoperativer Unzufriedenheit keine erneute Operation wünschen

Der Mechanismus der Monovision besteht darin, dass sich der visuelle Kortex des Gehirns an den Fokusunterschied zwischen den beiden Augen gewöhnt und je nach Sehentfernung das geeignete Auge bevorzugt verwendet. Wenn keine binokulare Rivalität auftritt, wird eine natürliche Monovision erreicht.

Der Schlüssel zum Erfolg ist die „binokulare Koordination und die Anpassungsfähigkeit des Gehirns“. Die präoperative Erfahrung mit Anisometropie, die Klarheit des dominanten Auges und die Erhaltung der binokularen Sehfunktion beeinflussen die Prognose.

Binokulare Rivalität und Auswirkung auf das stereoskopische Sehen

Abschnitt betitelt „Binokulare Rivalität und Auswirkung auf das stereoskopische Sehen“

Beim normalen binokularen Sehen wird die Tiefenwahrnehmung (stereoskopisches Sehen) durch die kleinen Disparitäten zwischen den beiden Augen (binokulare Disparität) ermöglicht. Bei der Monovisionsmethode wird ein Auge absichtlich defokussiert, wodurch diese binokularen Disparitätsinformationen unvollständig werden und die stereoskopische Sehfunktion abnimmt.

Die Mini-Monovision (Addition von +0,75 bis +1,00 dpt) ist ein Kompromiss, der die Auswirkung auf das stereoskopische Sehen minimiert und gleichzeitig ein gewisses Nahsehen ermöglicht. Sie ist eine Option für Patienten, bei denen die Erhaltung des stereoskopischen Sehens besonders wichtig ist (z. B. Sportbegeisterte).

Die volle Monovision (Addition von +1,50 bis +2,00 dpt) verbessert das Nahsehen stärker, aber die Abnahme des stereoskopischen Sehens ist deutlicher.

Das dominante Auge spielt eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung visueller Informationen. Durch die Einstellung des dominanten Auges für die Fernsicht wird die Informationsverarbeitung beim Sehen in die Ferne stabilisiert und die alltägliche Akzeptanz der Monovision erhöht.

Bei einem kurzsichtigen Auge kann das Problem der Aniseikonie durch eine Unterkorrektur eines Auges gelöst werden (Monovisionsbrille). Bei Anisometropie sollte der Unterschied der sphärischen Stärke zwischen den Augen 1,5 D nicht überschreiten; falls doch, kann eine Korrektur mit Kontaktlinsen oder eine bewusste Monovisionseinstellung zur Reduzierung der Aniseikonie nützlich sein.

4. Untersuchungen zur Diagnose und Indikationsbewertung

Abschnitt betitelt „4. Untersuchungen zur Diagnose und Indikationsbewertung“

Das Standardverfahren zur Bewertung der Indikation für die Monovisionsmethode wird im Folgenden dargestellt.

① Bestimmung des dominanten Auges

Es ist erfolgreicher, das dominante Auge für die Ferne und das nicht-dominante Auge für die Nähe einzustellen.

  • Hole-in-card-Test (Kartenlochmethode) : Durch ein kleines Loch in der Mitte einer Karte ein entferntes Ziel betrachten und prüfen, mit welchem Auge man sieht.
  • Pointing-Test (Zeigemethode) : Auf ein entferntes Ziel zeigen, dann ein Auge abdecken; das Auge, das nicht vom Ziel abweicht, ist das dominante Auge.

② Stereosehtest

Mit TNO (Zufallspunktmethode) oder Titmus (Polaroidmethode) die binokulare stereoskopische Sehfunktion quantitativ bewerten. Die präoperative stereoskopische Funktion hängt mit dem Grad der Verschlechterung des Stereosehens nach der Monovision zusammen.

③ Refraktionsbestimmung und Einstellung der Addition

Die Addition nach dem Sloan-Prinzip (die Hälfte der verfügbaren Akkommodationsbreite als Reserve belassen) einstellen.

④ Probetragen (CL-Trial)

Vor der Operation wird die Monovision für 1–2 Wochen mit Kontaktlinsen simuliert. Die subjektive Akzeptanz im tatsächlichen Alltag (Autofahren, Lesen, Bildschirmarbeit) wird überprüft, bevor die Operationsindikation gestellt wird. Ein Trial mit Tageskontaktlinsen ist einfach durchzuführen.

UntersuchungsparameterZielBeurteilungskriterium
Bestimmung des dominanten AugesFestlegung des FernaugesLochkarten-Test / Zeigetest
StereosehtestBeurteilung des binokularen SehensTNO / Titmus
CL-TrialBestätigung der Anpassung im Alltag1–2 Wochen tägliche Nutzung
RefraktionsbestimmungAdditionseinstellungSloan-Prinzip
Q Was sollte ich überprüfen, bevor ich die Monovisionsmethode ausprobiere?
A

Vor der Operation wird eine Testphase mit Kontaktlinsen (1–2 Wochen) empfohlen. Dabei kann man die Monovision im tatsächlichen Alltag (Fahren, Lesen, Computerarbeit) erleben und entscheiden, ob sie akzeptabel ist. Zudem werden vor der Operation immer die Bestimmung des dominanten Auges und ein Stereosehtest durchgeführt.

Die Monovisionsmethode umfasst drei Hauptdurchführungswege.

Dies ist die reversibelste Methode und wird auch für den ersten Versuch verwendet.

Standardeinstellungen:

  • Dominantes Auge: ±0D (vollständige Fernkorrektur)
  • Nicht-dominantes Auge: +1,5 bis +2,0D (Nahzusatz)

Verschreibungsprinzipien:

  • Bei der Verschreibung von Gleitsicht-Kontaktlinsen ist es oft erfolgreicher, das dominante und nicht-dominante Auge zu bestätigen und das dominante Auge für die Ferne und das nicht-dominante Auge für die Nähe anzupassen.
  • Lassen Sie sich nicht nur von Alter oder Additionswerten leiten; es ist oft besser, mit einer niedrigen Addition zu beginnen.
  • Wenn das Sehen in der Ferne schwierig ist, passen Sie die Sphäre des dominanten Auges in Richtung Ferne an; wenn das Sehen in der Nähe schwierig ist, passen Sie das nicht-dominante Auge in Richtung Nähe an.
  • Im Dunkeln nimmt die Kontrastempfindlichkeit ab, daher ist beim nächtlichen Fahren Vorsicht geboten.

5-2. Monovision durch refraktive Chirurgie (Chirurgische Monovision)

Abschnitt betitelt „5-2. Monovision durch refraktive Chirurgie (Chirurgische Monovision)“

Methode, bei der durch LASIK/PRK usw. absichtlich eine Myopie in einem Auge belassen wird. Hauptzielgruppe sind Patienten mittleren Alters und älter mit Presbyopie.

Standardzielrefraktion:

  • Dominantes Auge: 0 D (Emmetropie)
  • Nicht-dominantes Auge: -1,25 bis -1,50 D (beabsichtigte Restmyopie)

Präoperative Bewertungspunkte:

  • Ein erfolgreicher präoperativer Versuch mit Kontaktlinsen ist Voraussetzung.
  • Vor der Operation über die Möglichkeit einer Nachbehandlung (Enhancement) bei postoperativer Unzufriedenheit aufklären.
  • Bedenken, dass die meisten Patienten myop sind; eine Überkorrektur zur Hyperopie kann bei Naharbeit zu Augenbelastung führen.

Postoperatives Management:

  • Beurteilung des Sehvermögens 1–3 Monate nach der Operation.
  • Überprüfen, ob sowohl das Fern- als auch das Nahauge mit dem gewünschten Sehabstand zufriedenstellend sind.

Methode, bei der während der Kataraktoperation ein Auge mit einer Fern-IOL und das andere Auge mit einer Nah-IOL (oder mit Restmyopie-Einstellung) geplant wird.

Einstellungsprinzip:

  • Dominantes Auge: 0 D (Fernvisus)
  • Nicht-dominantes Auge: -1,50 bis -2,00 D (Nah-Einstellung)

Diese Option wird als Alternative für Patienten in Betracht gezogen, die keine multifokale IOL wünschen oder bei denen eine multifokale IOL nicht geeignet ist (hohe Aberrationen, schweres trockenes Auge usw.). Zur Korrektur postoperativer Refraktionsfehler kann auch eine photoanpassbare IOL eine Option sein.

Monovision mit Kontaktlinsen

Reversibilität : Hoch (Rückkehr zum Ausgangszustand durch Entfernen der KL)

Dominantes Auge : ±0 D (vollständige Fernkorrektur)

Nicht-dominantes Auge : +1,5 bis +2,0 D (Nahzusatz)

Merkmale : Optimal für einen Testversuch. Einfach anzupassen.

Monovision durch Operation (LASIK/PRK)

Reversibilität : Niedrig (erneute Operation erforderlich)

Dominantes Auge : 0 D (Emmetropie)

Nicht-dominantes Auge : -1,25 bis -1,50 D (beabsichtigte Restmyopie)

Merkmale : Keine KL erforderlich. Erfolgreicher KL-Testversuch ist Voraussetzung.

Monovision durch IOL (Kataraktoperation)

Reversibilität : Niedrig (Austausch erforderlich)

Dominantes Auge : 0 D (Fernsicht)

Nicht-dominantes Auge: -1,50 bis -2,00 dpt (Nahvisuseinstellung)

Merkmal: Alternative für Fälle, die für multifokale IOL nicht geeignet sind

Die Monovisionsmethode als Basis, ergänzt durch eine Lesebrille für präzise Naharbeit, ist eine Option. Bei kurzsichtigen Augen ist auch die „Monovisionsbrille“, bei der unter Fernbrillenkorrektur die unterkorrigierte Seite für die Nähe genutzt wird, eine praktische Wahl.

Nach einer Kataraktoperation mit Monovisionseinstellung sind folgende Punkte zu beachten:

Postoperative Kontrollpunkte:

  • Überprüfung der Fern-, Nah- und Zwischenvisus jedes Auges
  • Überprüfung von Visus und Kontrast bei geöffneten beiden Augen
  • Beurteilung des stereoskopischen Sehens (im Vergleich zu präoperativ)
  • Subjektive Zufriedenheit des Patienten mit dem Sehen in der gewünschten Entfernung

Umgang mit postoperativem Refraktionsfehler:

  • Bei Abweichung vom angestrebten Refraktionswert: bei geringer Abweichung Korrektur durch Brille
  • Bei großer Abweichung ist ein Wechsel zu einer lichtanpassbaren IOL (LAL) eine Option
  • Die Indikation für eine erneute Operation (IOL-Austausch oder LASIK-Enhancement) ist sorgfältig zu prüfen

Zusammenhang mit Smartphone- und Bildschirmnutzung: Bei postoperativen Monovisionspatienten tritt zwar keine Akkommodationsbelastung bei der Smartphone-Nutzung auf, jedoch kann bei längerer Naharbeit Konvergenzermüdung entstehen. Die Anleitung zur Arbeitsumgebung bei der Nutzung digitaler Geräte ist Teil des postoperativen Managements.

5-6. Praktischer Ablauf der Monovisionseinstellung

Abschnitt betitelt „5-6. Praktischer Ablauf der Monovisionseinstellung“

Standardablauf für einen Monovisionsversuch mit Kontaktlinsen:

  1. Erstuntersuchung : Bestimmung des dominanten Auges, Stereosehtest, Überprüfung der vollkorrigierten Refraktion
  2. Kontaktlinsen-Testverschreibung : Dominantes Auge ±0 D, nicht-dominantes Auge +1,50 D (Tageslinsen)
  3. Nachkontrolle nach 1–2 Wochen : Überprüfung der Zufriedenheit im Alltag (Autofahren, Lesen, PC-Arbeit)
  4. Anpassung : Bei Unzufriedenheit die Addition in Schritten von ±0,25 D anpassen
  5. Endgültige Entscheidung : Bei erfolgreichem Versuch ist der Patient für eine Operation geeignet
  6. Präoperative Abschlusskontrolle : Den Patienten nochmals über die Irreversibilität der Operation, die verminderte Stereosehfähigkeit und die Auswirkungen auf das Tiefensehen informieren

Der Erfolg des Kontaktlinsenversuchs ist der beste Prädiktor für die postoperative Zufriedenheit1). Bei unbefriedigendem Versuch sollte nicht operiert werden, sondern andere Presbyopiekorrekturoptionen (multifokale Kontaktlinsen, Gleitsichtbrillen usw.) in Betracht gezogen werden.

Empfohlener Nachsorgeplan nach einer Monovisionsoperation:

  • 1 Woche postoperativ : Überprüfung des Hornhaut- und Augeninnenstatus, Messung des korrigierten Visus
  • 1 Monat postoperativ : Bestätigung der Refraktionsstabilität, Bewertung der Patientenzufriedenheit
  • 3 Monate postoperativ : Festlegung der endgültigen Refraktion, ggf. Erwägung einer Nachbehandlung
  • 6 Monate und 1 Jahr nach der Operation: Überprüfung des Langzeitverlaufs, Beurteilung des stereoskopischen Sehens, Behandlung von Unzufriedenheitssymptomen
  • Alle 2–3 Jahre: Überprüfung der Addition (Anpassung an das Fortschreiten der Presbyopie)

Bei starker Abnahme des stereoskopischen Sehens oder Unzufriedenheit nach der Operation ist es sicher, zuerst eine Korrekturanpassung mit Kontaktlinsen (Änderung der Addition oder Wechsel zu Gleitsicht-Kontaktlinsen) zu versuchen, bevor eine erneute Operation in Betracht gezogen wird. Eine angemessene Patientenauswahl und sorgfältige präoperative Beratung sind unerlässlich, um die postoperative Zufriedenheit zu maximieren.

Besondere Vorsicht ist bei Berufen geboten, die Tiefensehvermögen und stereoskopisches Sehen erfordern:

BerufHinweiseMaßnahmen
Auto- oder ZugführerKann das Bestehen des Tiefensehtests beeinflussenÜberprüfung der Arbeitsvorschriften, Erwägung von Mini-Monovision
Pilot (Luftfahrt)Tiefensehvermögen erforderlich. Monovision kann verboten seinVorherige Überprüfung der flugmedizinischen Tauglichkeitskriterien obligatorisch
Bauarbeiter, Arbeiten in der HöheVerminderte Tiefenwahrnehmung beeinträchtigt die SicherheitDetaillierte Überprüfung der Arbeitsinhalte, Prüfung alternativer Methoden
Chirurg/ZahnarztAnforderung an räumliches Sehen bei PräzisionsarbeitOption einer zusätzlichen Lesebrille während der Operation
SportlerVerminderte Tiefenwahrnehmung bei Ballsportarten und KampfsportMini-Monovision in Betracht ziehen und individuelle Bewertung

Der Tiefensehtest (Führerschein, bestimmte Qualifikationen) bewertet das binokulare Sehen, daher kann die Monovision das Bestehen des Tests beeinflussen. Bei beruflichem Risiko ist vor dem Eingriff eine ausführliche Aufklärung und Einwilligung erforderlich.

Die für die Presbyopiekorrektur erforderliche Addition ändert sich mit dem Alter. Mit zunehmender Addition wird auch die Abnahme des räumlichen Sehens deutlicher, sodass eine regelmäßige Neubewertung je nach Alter erforderlich ist.

AlterAkkommodationsbreite (Richtwert)Monovisions-Addition (Richtwert)Merkmale
40–45 Jahre3–5 D+1,00 bis +1,50 DKorrektur mit geringer Addition möglich
45–50 Jahre2–3 D+1,50 bis +1,75 DMittelentfernung ebenfalls berücksichtigen
50–55 Jahre1–2 D+1,75 bis +2,00 DVollständige Monovision erforderlich
55 Jahre und älter0–1 D+2,00 bis +2,50 DZusätzliche Nahbrille kann erforderlich sein

Eine Neubewertung und Anpassung der Monovisionsmethode wird alle 2–3 Jahre empfohlen. Da mit zunehmender Addition auch das Ausmaß der Stereopsis-Verminderung zunimmt, ist es wichtig, bei Patienten mit Berufen, die eine gute Tiefenwahrnehmung erfordern, frühzeitig einen Wechsel zu einer alternativen Methode (z. B. Gleitsichtgläser) in Betracht zu ziehen.

Patientenzufriedenheit und Lebensqualität bei der Monovisionsmethode

Abschnitt betitelt „Patientenzufriedenheit und Lebensqualität bei der Monovisionsmethode“

Das Verständnis der Faktoren, die die Patientenzufriedenheit beeinflussen, verbessert die geeignete Patientenauswahl und die Qualität der präoperativen Beratung.

Faktoren, die mit einer verbesserten Zufriedenheit verbunden sind:

  • Erfolgreicher präoperativer Kontaktlinsenversuch
  • Präoperative Erfahrung mit Anisometropie (Vorgeschichte unkorrigierter einseitiger Myopie)
  • Dominantes Auge klar bestimmbar
  • Geringe Häufigkeit von Nachtfahrten
  • Geringer Bedarf an Präzisionsarbeit und Sport
  • Realistische Erwartungen des Patienten (keine überhöhten Erwartungen wie „überhaupt keine Brille mehr nötig“)

Faktoren, die mit Unzufriedenheit verbunden sind:

  • Verminderter Kontrastempfindlichkeit in der Nacht
  • Wahrnehmung einer verminderten Stereopsis bei Präzisionsarbeit
  • Geringfügige Unzufriedenheit beim Kontaktlinsenversuch
  • Nicht-dominantes Auge (dominantes Auge nicht feststellbar)
  • Postoperativer Refraktionsfehler (Abweichung vom Zielwert)

In der präoperativen Beratung muss betont werden, dass das Ziel nicht „perfektes Sehen“ ist, sondern „praktisches tägliches Sehen ohne Korrektur“, und die Bildung realistischer Erwartungen ist für die Aufrechterhaltung der postoperativen Zufriedenheit unerlässlich.

Die Position der Monovisionsmethode im Gesamtbild der Presbyopiekorrektur ist wie folgt.

KorrekturmethodeHauptvorteileHauptnachteileIndikationen
GleitsichtbrillengläserSicht in allen Entfernungen, Erhalt des räumlichen SehensPeriphere Aberrationen, Eingewöhnungszeit erforderlichGrößte Zielgruppe
Multifokale KontaktlinsenKeine Brille erforderlichLeicht verminderte SehqualitätKontaktlinsenträger
Monovision (Kontaktlinsen/Operation)Keine Brille erforderlich, Erhalt der SchärfeVermindertes räumliches Sehen, individuelle AnpassungsunterschiedeErfolgreiche Kontaktlinsen-Probeträger
Multifokale IOLAlle Entfernungen, BrillenunabhängigkeitOptische Phänomene, hohe KostenBei Kataraktoperation
Mini-MonovisionMinimale Auswirkung auf das stereoskopische SehenBegrenzte Verbesserung des NahsehensPatienten mit Schwerpunkt auf stereoskopischem Sehen

Die Monovisionsmethode spielt eine wichtige Rolle als „praktische Zwischenoption“ für Patienten mit starkem optischem Unbehagen bei Gleitsichtgläsern, die keine Brille tragen möchten oder bei denen multifokale IOLs nicht geeignet sind. Es darf nicht vergessen werden, dass eine sorgfältige Patientenauswahl mittels CL-Test der Schlüssel zum Erfolg ist.

Die detaillierte Pathophysiologie ist im Abschnitt „3. Pathophysiologischer Hintergrund“ beschrieben. Nachfolgend werden zusätzliche Informationen gegeben.

Die Monovisionsmethode führt zwangsläufig zu einem Refraktionsunterschied zwischen beiden Augen (Anisometropie). Wenn der Unterschied in der sphärischen Stärke 1,5 D übersteigt, wird Aniseikonie häufig problematisch. Aniseikonie wird als Anomalie der Raumwahrnehmung (Gefühl von Neigung oder Verzerrung) wahrgenommen.

Bei der Korrektur mit Kontaktlinsen ist der Einfluss der Aniseikonie geringer als bei Brillen, daher ist ein Monovision-CL-Versuch auch zur Vorhersage des Operationserfolgs nützlich.

Gleitsicht-Kontaktlinsen sind ebenfalls eine Option zur Presbyopiekorrektur, unterscheiden sich jedoch in folgenden Punkten von der Monovisionsmethode:

MerkmalMonovisionGleitsicht-KL
WirkmechanismusMonokulares Sehen (ein Auge für Ferne, ein Auge für Nähe)Simultansehen (Zentrum für Nähe, Peripherie für Ferne usw.)
BildschärfeAuf jeder Entfernung scharfSchlechter als Einstärken-KL
Räumliches SehenVermindertRelativ erhalten
IndikationenNach Bestätigung durch CL-ProbeAnprobenvergleich
DunkelheitKontrastabfall ist bei Gleitsicht-CL ausgeprägtKontrastempfindlichkeitsabnahme vorhanden

Wenn Gleitsicht-CL nicht geeignet sind, ist auch die Option einer Monovision-Einstellung mit Einstärken-CL (dominantes Auge für Ferne, nicht-dominantes Auge für Nähe) in Kombination mit einer Lesebrille möglich.

Abwägung zwischen Mini-Monovision und vollständiger Monovision

Abschnitt betitelt „Abwägung zwischen Mini-Monovision und vollständiger Monovision“

Bei kleiner Addition (+1,00 bis +1,25 dpt) ist der Einfluss auf das Stereosehen gering, aber die Nahvisusverbesserung begrenzt; bei großer Addition (+1,75 bis +2,00 dpt) verbessert sich der Nahvisus, aber die Abnahme des Stereosehens ist deutlich – ein Zielkonflikt2).

7. Aktuelle Forschung und zukünftige Perspektiven

Abschnitt betitelt „7. Aktuelle Forschung und zukünftige Perspektiven“

Evidenz zur Patientenzufriedenheit und Erfolgsrate

Abschnitt betitelt „Evidenz zur Patientenzufriedenheit und Erfolgsrate“

Wenn vor der Operation eine Monovision-Probe mit CL durchgeführt wurde, wird über eine hohe Patientenzufriedenheit nach der Operation berichtet. Prädiktoren für den Erfolg der Probe sind präoperative Erfahrung mit Anisometropie, klare Augendominanz und Erhalt des binokularen Sehens1).

Die Bestimmung der geeigneten Nahzusatzstärke ist der Schlüssel zur Patientenzufriedenheit. Eine geringe Addition (+1,00 bis +1,25 dpt) hat nur geringe Auswirkungen auf das stereoskopische Sehen, verbessert jedoch die Nahsehschärfe nur begrenzt, während eine hohe Addition (+1,75 bis +2,00 dpt) die Nahsehschärfe verbessert, aber zu einer deutlichen Verschlechterung des stereoskopischen Sehens führt – ein Zielkonflikt 2).

Mini-Monovision (Addition +0,75 bis +1,25 dpt) gewinnt als Kompromisslösung an Aufmerksamkeit, die die Presbyopie ausgleicht und gleichzeitig das stereoskopische Sehen relativ erhält. Insbesondere bei der IOL-Einstellung während der Kataraktoperation häufen sich die Belege 3). Ein Bericht über Mini-Monovision mit der neuen monofokalen IOL (Eyhance ICB00) zeigt, dass im Vergleich zur emmetropen Gruppe im mittleren bis nahen Sehbereich (−2,0 bis −4,0 dpt) eine signifikant bessere Sehschärfe erhalten bleibt 5).

Vergleich der binokularen Defokuskurven der emmetropen Gruppe und der Mini-Monovision-Gruppe (Eyhance ICB00 IOL)
Vergleich der binokularen Defokuskurven der emmetropen Gruppe und der Mini-Monovision-Gruppe (Eyhance ICB00 IOL)
Shimizu K, Ito M, Igarashi S, et al. Visual outcomes and spectacle independence of pseudophakic mini-monovision using a new monofocal intraocular lens. Sci Rep. 2022;12(1):22384. Figure 2. PMCID: PMC9755282. License: CC BY 4.0.
Die binokularen Defokuskurven der emmetropen Gruppe (blaue Linie) und der Mini-Monovision-Gruppe (orange Linie) nach Kataraktoperation zeigen, dass die Mini-Monovision-Gruppe im mittleren bis nahen Sehbereich (−2,0 bis −4,0 dpt) eine signifikant bessere Sehschärfe aufrechterhält. Dies entspricht dem im Abschnitt „Aktuelle Forschung und Zukunftsperspektiven“ behandelten Effekt der Sehstreckenerweiterung durch Mini-Monovision.

Durch die zunehmende Nutzung von Smartphones, Tablets usw. wird die Sehschärfe im mittleren Abstand (50–80 cm) immer wichtiger. Im Gegensatz zur herkömmlichen Monovision (Fern + Nah) wird auch ein mikro-monovision-ähnlicher Ansatz untersucht, der Fern- + Mittelsicht priorisiert 4). Auch beim Management der digitalen Augenbelastung (DES) ist die Berücksichtigung von Monovision-Patienten erforderlich, und die TFOS (Tear Film & Ocular Surface Society) hat die Auswirkungen der digitalen Umgebung auf die Augenoberfläche umfassend zusammengefasst 7).

Studien, die multifokale IOLs mit monofokaler IOL-Monovision vergleichen, zeigen, dass multifokale IOLs über alle Entfernungen eine bessere Sehschärfe bieten, während optische Phänomene wie Halos und Blendung häufiger auftreten. Die Wahl entsprechend den Lebensprioritäten des Patienten ist wichtig 3). Eine Metaanalyse von 22 Studien mit 2.200 Augen, die trifokale IOLs und EDOF-IOLs verglich, zeigte, dass trifokale IOLs bei Nahsehschärfe und Brillenunabhängigkeit überlegen sind 6), was als Referenz bei der Prüfung multifokaler IOLs als Alternative zur Monovision dient.

Auswahlleitfaden: Multifokale IOL vs. Monovision (monofokale IOL):

AspektMultifokale IOLMonovision (monofokale IOL)
Sehschärfe über alle EntfernungenÜberlegen (Fern bis Nah)Spezialisiert auf Fern oder Nah
Räumliches SehenRelativ erhaltenVermindert
Optische Phänomene (Halos, Blendung)HäufigSelten
NachtsichtRisiko der VerschlechterungRelativ gut
BrillenunabhängigkeitHochMäßig
Kosten (Wahlleistung / Selbstzahlung)HochRelativ günstig
IndikationAktive und mehrdistante SehanforderungenHäufiges Nachtfahren, Halos inakzeptabel

Bei Patienten mit schwerem trockenem Auge, hohen Aberrationen oder verminderter Kontrastempfindlichkeit ist die Monovision mit einer monofokalen IOL oft besser geeignet als eine multifokale IOL.

Im digitalen Zeitalter nimmt die Bildschirmzeit weltweit zu 8)9), und auch bei Patienten, die sich einer Monovision unterzogen haben, muss auf die Sehfunktion im mittleren Abstand geachtet werden. Besonders bei Patienten mit langer Bildschirmzeit tritt leicht Akkommodationsermüdung auf 10)11), und neben der Monovisionseinstellung ist die Optimierung der Arbeitsumgebung wichtig 12). Auch bei Kindern und jungen Erwachsenen werden Auswirkungen der zunehmenden Bildschirmzeit berichtet 14), und die Bewertung der Nutzung digitaler Geräte ist für alle Altersgruppen, die eine Presbyopiekorrektur erhalten, unerlässlich 13)15)16)17).

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