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Sonstiges

Flimmertest (Messung der kritischen Flimmerverschmelzung)

Der Flimmertest misst die CFF (kritische Flimmerfusionsfrequenz). CFF ist die Abkürzung für Critical Flicker Fusion frequency. Wenn die Frequenz eines flackernden Lichts schrittweise erhöht wird, wird es bei einer bestimmten Frequenz als kontinuierliches Licht wahrgenommen. Diese Schwelle ist der CFF-Wert.

Er wird auch zentrale Flimmerwertmessung oder CFF-Test genannt.

Die Sehschärfenprüfung beurteilt die räumliche Auflösung. Im Gegensatz dazu beurteilt der Flimmertest die zeitliche Auflösung (temporal resolution). Beide spiegeln unterschiedliche Aspekte der Sehfunktion wider.

Der CFF-Wert spiegelt die Leitungsfunktion des Sehnervs empfindlich wider. Auch wenn die Sehschärfe normal ist, sinkt der CFF-Wert bei einer Schädigung des Sehnervs. Er hat als Funktionsprüfung, die die Sehschärfenprüfung ergänzt, eine wichtige Bedeutung.

Der CFF-Test dient vor allem zur Beurteilung der Sehnervfunktion. Wichtig ist, jedes Auge einzeln zu messen und den Unterschied zur gesunden Seite zu beurteilen.

Erkrankungen des Sehnervs

Optikusneuritis (retrobulbäre Optikusneuritis): Der CFF-Wert sinkt deutlich. Ein niedriger Wert bleibt nach Wiederherstellung des Sehvermögens oft bestehen und dient als Hinweis auf die Erholung.

Kompressive Optikusneuropathie: Sie nimmt durch eine Kompression des Sehnervs bei Tumoren oder einer endokrinen Orbitopathie langsam ab. Sie kann einer Sehverschlechterung vorausgehen.

Multiple Sklerose: Der CFF-Wert sinkt durch eine demyelinisierungsbedingte Sehnervstörung.

Weitere Indikationen

Glaukom: einschließlich Normaldruckglaukom sinkt der CFF-Wert in fortgeschrittenen Fällen2).

Zentrale seröse Chorioretinopathie: Sie wird zur Beurteilung der Makulafunktion eingesetzt.

Präoperative Beurteilung vor einer Kataraktoperation: Sie ist weniger von Trübungen der optischen Medien beeinflusst und hilfreich, um das postoperative Sehvermögen vorherzusagen3).

Bei einer Optikusneuritis kann der CFF-Wert auch nach Wiederherstellung der Sehschärfe auf 1,0 vermindert bleiben. Daher ist die CFF-Untersuchung auch zur Beurteilung des Behandlungserfolgs und zur Verlaufskontrolle nützlich.

Q Was bedeutet es, wenn der Flimmerwert niedrig ist, obwohl das Sehvermögen gut ist?
A

Die Sehschärfenprüfung misst die räumliche Auflösung (die Fähigkeit, feine Details zu unterscheiden). Die Flimmerprüfung misst dagegen die zeitliche Auflösung (die Fähigkeit, Lichtveränderungen wahrzunehmen). Bei einer Schädigung des Sehnervs kann die zeitliche Auflösung auch dann sinken, wenn die Sehschärfe erhalten ist. Ist der CFF-Wert trotz guter Sehschärfe niedrig, muss eine Funktionsstörung des Sehnervs vermutet werden.

Das CFF-Untersuchungsgerät ist klein. Die Untersuchung kann problemlos ambulant durchgeführt werden.

Die Untersuchung erfolgt in den folgenden Schritten.

  1. Ein Auge abdecken
  2. Eine Brille mit Sehstärke oder Kontaktlinsen tragen
  3. Auf das blinkende Licht im Gerät blicken
  4. Die Blinkfrequenz nach und nach verändern
  5. Den Knopf drücken, wenn das Blinken wie ein durchgehendes Licht erscheint
  6. Mehrfach messen und den Durchschnitt berechnen

Die Dauer beträgt etwa 2 bis 3 Minuten pro Auge. In der Regel werden 3 bis 5 Messungen durchgeführt und der Durchschnittswert verwendet.

Die normalen CFF-Werte variieren je nach Alter1).

AltersgruppeRichtwert für den normalen CFF-Wert
20 bis 30 Jahre40–45 Hz
40–50 Jahre35–40 Hz
60 Jahre und älter30–38 Hz

Der altersbedingte Rückgang der CFF ist eine physiologische Veränderung. Bei der Beurteilung des Messwerts muss das Alter berücksichtigt werden.

Q Tut die Untersuchung weh? Wie lange dauert sie?
A

Die Flimmeruntersuchung ist vollständig nicht invasiv und verursacht keinerlei Schmerzen. Sie müssen nur auf ein blinkendes Licht schauen und einen Knopf drücken. Sie dauert etwa 2–3 Minuten pro Auge bzw. etwa 5–6 Minuten für beide Augen. Eine besondere Vorbereitung ist nicht erforderlich.

4. Interpretation der Ergebnisse und auffällige Werte

Abschnitt betitelt „4. Interpretation der Ergebnisse und auffällige Werte“

Zur Beurteilung auffälliger CFF-Werte werden die folgenden Kriterien verwendet.

  • Seitenunterschied: Ein Unterschied von 5 Hz oder mehr im Vergleich zum besseren Auge lässt eine Auffälligkeit vermuten
  • Absoluter Wert: Eine Auffälligkeit vermuten, wenn er unter dem altersbezogenen Normalwert liegt

Im Folgenden werden die CFF-Veränderungsmuster nach Erkrankung dargestellt.

ErkrankungCFF-VeränderungMerkmale
OptikusneuritisDeutliche AbnahmeEin niedriger Wert kann auch nach Wiederherstellung der Sehschärfe bestehen bleiben
Kompressive OptikusneuropathieLangsame AbnahmeKann dem Rückgang der Sehschärfe vorausgehen
GlaukomLeichte AbnahmeIn fortgeschrittenen Fällen ausgeprägt
KataraktLeicht bis normalGeringer Einfluss durch Trübungen der Augenmedien

Die Beurteilung der Unterschiede zwischen beiden Augen ist besonders hilfreich bei der Diagnose einseitiger Sehnervenerkrankungen. Bei beidseitigen Fällen wird nach dem absoluten Wert beurteilt.

Die CFF-Untersuchung ist eine subjektive Untersuchung. Das Ergebnis wird von der Konzentration und dem Verständnis des Untersuchten beeinflusst. Verminderte Aufmerksamkeit und Müdigkeit können zu falsch-positiven Ergebnissen führen. Vor der Untersuchung sollte der Ablauf genau erklärt und eine Probeanmessung durchgeführt werden.

Q Kann eine Krankheit allein anhand des CFF-Werts diagnostiziert werden?
A

Die CFF-Untersuchung ist keine Untersuchung, mit der sich allein eine bestimmte Erkrankung sicher diagnostizieren lässt. Sie wird zusammen mit anderen Befunden wie Sehschärfenprüfung, Gesichtsfeldprüfung, OCT und VEP beurteilt. Abnorme CFF-Werte dienen als unterstützender Hinweis auf eine Störung der Sehnervenfunktion.

5. Vergleich mit anderen Untersuchungen der Sehnervenfunktion

Abschnitt betitelt „5. Vergleich mit anderen Untersuchungen der Sehnervenfunktion“

Die wichtigsten Untersuchungen zur Beurteilung der Sehnervenfunktion vergleichen.

RAPD (relativer afferenter Pupillendefekt)

Sensitivität: Hohe Sensitivität zum Erkennen von Seitenunterschieden.

Quantifizierbarkeit: Eine quantitative Beurteilung ist schwierig.

Merkmal: Eine objektive Untersuchung, die den Pupillen-Lichtreflex nutzt und keine spezielle Ausrüstung erfordert.

VEP (visuell evozierte Potenziale)

Sensitivität: Hervorragend zum Erkennen von Störungen der Sehnervenleitung.

Quantifizierbarkeit: Eine objektive Beurteilung von Latenz und Amplitude ist möglich.

Merkmal: Die Ausrüstung ist umfangreich, und die Untersuchung dauert ebenfalls lange.

OCT (Messung der RNFL-Dicke)

Sensitivität: Hervorragend zum Erkennen struktureller Veränderungen.

Quantifizierbarkeit: Eine Messung in Mikrometern (μm) ist möglich.

Merkmal: Zwischen strukturellen Veränderungen und funktioneller Beeinträchtigung besteht eine Zeitverzögerung4).

CFF-Test

Sensitivität: Erkennt eine verminderte Zeitauflösung.

Quantifizierbarkeit: Eine Messung in Hertz (Hz) ist möglich.

Merkmale: einfach, in kurzer Zeit und kostengünstig durchführbar.

Der CFF-Test ist einfacher als andere Untersuchungen. Er benötigt keine speziellen Geräte und kann in kurzer Zeit durchgeführt werden. In Kombination mit anderen Untersuchungen ermöglicht er eine umfassende Beurteilung der Sehnervenfunktion.

Ein Abfall der CFF-Werte hat eine neurophysiologische Grundlage.

Wenn es im Sehnerv zu einer Demyelinisierung oder axonalen Schädigung kommt, verlangsamt sich die Nervenleitgeschwindigkeit. Da die Übertragung hochfrequenter Informationen beeinträchtigt ist, sinkt die Fusionsfrequenz.

Unter den retinalen Ganglienzellen besitzen M-Zellen (magnocelluläre Zellen) eine hohe zeitliche Auflösung. M-Zellen sind an der Bewegungswahrnehmung und an der Erkennung von Hell-Dunkel-Veränderungen beteiligt. Man nimmt an, dass der CFF-Test vor allem die Funktion des M-Zell-Wegs widerspiegelt.

Eine Schädigung des M-Zell-Wegs soll im frühen Stadium des Glaukoms auftreten2). Dies ist die Grundlage für den Einsatz des CFF-Tests beim Glaukom-Screening.

Mit der Verbreitung von OCT und OCT angiography sind bildgebende Untersuchungen zur Beurteilung des Sehnervs zum Hauptverfahren geworden. Die Verwendung des CFF-Tests nimmt relativ ab.

Andererseits werden die folgenden Vorteile des CFF-Tests neu bewertet.

  • Niedrige Kosten: keine teuren Geräte erforderlich
  • Einfachheit: kann in kurzer Zeit in der Ambulanz durchgeführt werden
  • Funktionsbeurteilung: kann Funktionsstörungen erkennen, die strukturellen Veränderungen vorausgehen

In den letzten Jahren wird die Forschung zu einfachen CFF-Messungen mit Tablet-Geräten und Smartphone-Apps vorangetrieben. Mit der Verbesserung der Bildschirmaktualisierungsraten digitaler Geräte ist eine höhere Genauigkeit vereinfachter Messungen zu erwarten.

Auch Anwendungen in der Telemedizin und der häuslichen Überwachung werden erwogen. Es könnte für Verlaufskontrollen während der Erholung von einer Sehnerventzündung nützlich sein.

  1. Tyler CW. Two processes control variations in flicker sensitivity over the life span. J Opt Soc Am A. 1989;6(4):481-490. doi:10.1364/josaa.6.000481.
  2. Yoshiyama KK, Johnson CA. Which method of flicker perimetry is most effective for detection of glaucomatous visual field loss? Invest Ophthalmol Vis Sci. 1997;38(11):2270-2277.
  3. Shankar H, Pesudovs K. Critical flicker fusion test of potential vision. Journal of cataract and refractive surgery. 2007;33(2):232-9. doi:10.1016/j.jcrs.2006.10.042. PMID:17276263.
  4. Lachenmayr BJ, Gleissner M. Flicker perimetry resists retinal image degradation. Investigative ophthalmology & visual science. 1992;33(13):3539-42. PMID:1464498.

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