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Sonstiges

Anomaloskop (genaue Untersuchung von Farbsehstörungen)

Das Anomaloskop ist ein präzises Untersuchungsgerät, das mithilfe der Mischung von Lichtfarben und des Farbabgleichs mit monochromatischem Licht den Typ und den Schweregrad einer Farbsehstörung quantitativ bestimmt. Es wird eingesetzt, wenn eine genaue Typdiagnose nötig ist oder das Vorliegen einer Farbsehstörung bestätigt werden muss.

Die Hauptziele des Anomaloskops sind die folgenden drei Punkte.

  • Sichere Diagnose der angeborenen Farbsehstörung: genaue Unterscheidung zwischen Typ 1 (protan), Typ 2 (deutan) und Typ 3 (tritan)
  • Unterscheidung zwischen Dichromasie und anomaler Trichromasie: anhand der Breite der Matching-Range feststellen, ob es sich um eine Dichromasie (schwer) oder eine anomale Trichromasie (leicht bis mittelgradig) handelt
  • Quantitative Beurteilung des Ausmaßes einer Farbsehstörung: die Schwere objektiv durch Quantifizierung des Abgleichbereichs (matching range) beurteilen

1907 entwickelte der Deutsche Willibald Nagel auf Grundlage des Rayleigh-Abgleichprinzips das Nagel-Anomaloskop. Seitdem wird es als Goldstandard für die endgültige Diagnose von Farbsehstörungen eingesetzt. Da die angeborene Rot-Grün-Farbsehstörung Anomalien der für die Unterscheidung von rotem und grünem Licht zuständigen Zapfen (L-Zapfen und M-Zapfen) widerspiegelt, gilt der Nagel-Typ, der denselben Wellenlängenbereich einstellt, als am besten für die endgültige Diagnose geeignet.

Vom Screening bis zur endgültigen Diagnose einer Farbsehstörung wird ein stufenweiser Untersuchungsablauf verwendet.

SchrittUntersuchungZweck
1Ishihara-PseudoisochromatentafelnScreening (Feststellung, ob eine Farbsehstörung vorliegt)
2Panel D-15Schweregradeinschätzung (grobe Beurteilung von starkem, mittlerem und leichtem Ausmaß)
3AnomaloskopSichere Diagnose und genaue Typbestimmung

Das Anomaloskop eignet sich nicht für das Screening, ist aber bei der Typbestimmung und der quantitativen Beurteilung des Schweregrades an Genauigkeit anderen Farbsehprüfungen überlegen.

Q Wann wird ein Anomaloskop benötigt?
A

Es ist indiziert, wenn nach dem Ishihara-Test oder dem D-15 eine Farbsehstörung vermutet wird und eine genaue Unterscheidung zwischen Typ 1 und Typ 2 oder die Einordnung als Dichromasie bzw. abnorme Trichromasie erforderlich ist. Es ist auch unverzichtbar, wenn aus rechtlichen oder beruflichen Gründen eine genaue Beurteilung des Farbsehens nötig ist, etwa bei Piloten von Verkehrsflugzeugen, Lokführern und Schiffsführern, sowie wenn zwischen erworbener und angeborener Farbsehstörung unterschieden werden muss.

2. Indikationen und klinische Bedeutung der Untersuchung

Abschnitt betitelt „2. Indikationen und klinische Bedeutung der Untersuchung“

Zu den Hauptindikationen des Anomaloskops gehören folgende.

  • Bestimmung des Typs der angeborenen Farbsehstörung: wenn Ishihara-Test oder D-15 eine Farbsehstörung nachweisen, die Unterscheidung zwischen Typ 1 und Typ 2 aber unklar bleibt
  • Beurteilung der beruflichen und rechtlichen Eignung: prüfen, ob die farbsehbezogenen Anforderungen für Piloten von Verkehrsflugzeugen, Lokführer, Schiffsführer usw. erfüllt sind2)
  • Berufs- und Laufbahnberatung: genaue Beurteilung vor Ausbildung oder Berufswahl
  • Verlaufskontrolle einer erworbenen Farbsehstörung: Bei erworbenen Farbsehstörungen durch Erkrankungen des Sehnervs, der Netzhaut und ähnliches kann sich der Bereich der Farbübereinstimmung verändern, daher ist das Verfahren zur quantitativen Beurteilung von Veränderungen im Zeitverlauf nützlich
  • Genetische Beratung: genaue Dokumentation von Art und Ausmaß der angeborenen Farbsehstörung
  • Forschung und epidemiologische Untersuchungen: objektive Bewertung von Bevölkerungs- und Rassenunterschieden im Farbsehen1)

Die Eigenschaften der einzelnen Farbsehtests sind unten dargestellt.

TestScreeningTypbestimmungSchweregradbeurteilungAnmerkungen
Ishihara-Pseudoisochromaten-Tafeln×Für schulische Gesundheitsuntersuchungen und das ambulante Screening
Panel D-15○ (leicht bis mittelgradig)Geeignet für eine grobe Einschätzung des Schweregrads
100-FarbtontestSehr gut für die genaue Einschätzung des Schweregrads
Anomaloskop×◎ (am zuverlässigsten)Goldstandard für die gesicherte Diagnose

Das Anomaloskop benötigt für die Untersuchung Zeit, und das Gerät ist auf spezialisierte Einrichtungen beschränkt; daher eignet es sich nicht für Screening-Zwecke3).

Das Anomaloskop beruht auf dem Prinzip des Farbabgleichs: Die untersuchte Person stellt das Mischungsverhältnis des Lichts so ein, bis die Farben übereinstimmen (Farbabgleich).

Im Okular des Nagel-Anomaloskops befindet sich ein kreisförmiges Sehfeld, das in zwei Hälften geteilt ist.

  • Referenzseite (festes Licht): monochromatisches gelbes Licht (589 nm) — nur die Helligkeit kann eingestellt werden
  • Mischseite (einstellbares Licht): Mischlicht aus Rot (670 nm) und Grün (546 nm) — die untersuchte Person stellt das Rot/Grün-Verhältnis ein

Die untersuchte Person sucht die Einstellung, bei der beide Seiten gleichfarbig und gleich hell erscheinen, während das Rot/Grün-Verhältnis verändert wird. Der Farbgleichspunkt und sein Bereich werden aufgezeichnet.

Rayleigh-Abgleich (Rot-Grün-Abgleich)

Ziel: angeborene Rot-Grün-Farbsehstörung (Typ 1 und Typ 2)

Lichtquelle: gelbes Licht (589 nm) vs. gemischtes rotes (670 nm) + grünes (546 nm) Licht

Gerät: Nagel-Anomaloskop

Prinzip: Metamerie zwischen dem Mischungsverhältnis von Rot/Grün und gelbem Licht. Wenn sich das Empfindlichkeitsverhältnis der L- und M-Zapfen von der Norm unterscheidet, ändern sich der Gleichheitspunkt und der Gleichheitsbereich.

Moreland-Abgleich (Blau-Grün-Abgleich)

Ziel: angeborene Blau-Gelb-Farbsehstörung (Tritanomalie)

Lichtquelle: blau-grünes monochromatisches Licht vs. gemischtes Licht aus blauem + grünem Licht

Gerät: erweitertes Gerät für den Moreland-Abgleich

Prinzip: Metamerie zwischen dem Mischungsverhältnis von Blau/Grün und blaugrünem Licht. Dies spiegelt eine Abweichung der Empfindlichkeit der S-Zapfen wider. Mit dem Nagel-Typ ist die Beurteilung der Tritanomalie nicht möglich.

Q Was ist der Rayleigh-Abgleich?
A

Der Rayleigh-Abgleich ist ein Farbgleichungsverfahren, bei dem die Helligkeit und Farbe von gelbem monochromatischem Licht (589 nm) mit rotem und grünem Mischlicht abgeglichen werden. Bei normalem Farbsehen wird die Gleichheit nur bei einem bestimmten Rot/Grün-Verhältnis erreicht, aber wenn eine Abweichung der L- oder M-Zapfen vorliegt, wird der Bereich, in dem die Gleichheit erreicht wird, stark größer. Bei Dichromasie wird die Gleichheit über den gesamten Mischungsverhältnisbereich erreicht, und bei anomaler Trichromasie ist der Gleichheitsbereich breit, aber begrenzt. Durch die Quantifizierung dieser Unterschiede können Art und Ausmaß des Farbsehens numerisch beurteilt werden.

4. Untersuchungsablauf und Interpretation der Ergebnisse

Abschnitt betitelt „4. Untersuchungsablauf und Interpretation der Ergebnisse“
  1. Durchführung unter standardisierten Beleuchtungsbedingungen mit konstanter Umgebungsbeleuchtung (am besten in einem dunklen oder schwach beleuchteten Raum)
  2. Die untersuchte Person soll durch das Okular ein in zwei Hälften geteiltes kreisförmiges Gesichtsfeld betrachten
  3. Die Leuchtdichte der Referenzseite (gelbes Licht, 589 nm) wird fest eingestellt.
  4. Die getestete Person stellt das Verhältnis von Rot (670 nm) zu Grün (546 nm) auf der Mischseite ein.
  5. Die Position, an der beide Seiten gleich farbig und gleich hell erscheinen, wird mehrfach festgehalten.
  6. Den Abgleichbereich (matching range, Skala 0–73) berechnen.

Bei normaler Farbwahrnehmung gelingt die Farbanpassung nur in einem engen Bereich um 1:1 (Grün:Rot). Bei einer Farbsehstörung wird der Abgleichbereich breiter, und bei Dichromasie ist die Farbanpassung über den gesamten Bereich möglich.

Abgleichbereich und Leuchtdichteanpassung nach Farbsehtyp

Abschnitt betitelt „Abgleichbereich und Leuchtdichteanpassung nach Farbsehtyp“

Die Anomaloskop-Befunde für die einzelnen Farbsehtypen sind unten aufgeführt.

FarbsehtypAbgleichbereich (Rayleigh-Abgleich)LeuchtdichteanpassungBeurteilung
Normale FarbwahrnehmungEnge Spanne nahe 1:1GeringNormal
Typ-1-Dichromasie (Protanopie)Übereinstimmung über den gesamten Bereich (0–73) nur mit Rotdas rote Licht abdunkelnTyp-1-Dichromasie
Typ-1-Anomaltrichromasie (Protanomalie)breiter Bereich in Richtung Rotdas rote Licht etwas abdunkelnTyp-1-Anomaltrichromasie
Typ-2-Dichromasie (Deuteranopie)Übereinstimmung über den gesamten Bereich nur mit Grünfast keine HelligkeitsanpassungTyp-2-Dichromasie
Typ-2-Anomaltrichromasie (Deuteranomalie)Breiter Bereich mit GrünverschiebungGeringe HelligkeitsanpassungTyp-2-Anomaltrichromasie

Ein Merkmal der Farbsehstörung vom Typ 1 ist, dass aufgrund des Fehlens oder der verminderten Empfindlichkeit der L-Zapfen die relative Sehschärfe für rotes Licht (Wahrnehmung der Helligkeit) abnimmt, sodass bei der Farbabgleichung eine Helligkeitsanpassung erfolgt, die rotes Licht dunkler macht. Das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein dieser Helligkeitsanpassung ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen Typ 1 und Typ 2.

Bei der Dichromasie reicht der Abgleichbereich über die gesamte Skala (0–73), während er bei der Anomaltrichromasie breiter als normal ist, aber nicht den gesamten Bereich umfasst. Das Ausmaß kann danach beurteilt werden, ob der Abgleichbereich der Anomaltrichromasie den normalen Abgleichpunkt einschließt4).

Q Wie unterscheidet man mit dem Anomaloskop Typ 1 und Typ 2?
A

Der wichtigste Unterscheidungspunkt ist der Unterschied in der Helligkeitsanpassung (relativen Sehschärfe). Bei Typ 1 (protan) führt die abnorme Empfindlichkeit der L-Zapfen dazu, dass rotes Licht dunkler erscheint, sodass beim Farbabgleich eine Anpassung erfolgt, die die Helligkeit des roten Lichts verringert. Bei Typ 2 (deutan) hat die abnorme Empfindlichkeit der M-Zapfen nur einen geringen Einfluss auf die Helligkeitswahrnehmung, sodass der Farbabgleich fast ohne Helligkeitsanpassung gelingt. Außerdem unterscheidet sich auch die Verschiebung des Abgleichbereichs: Typ 1 tendiert zur roten Seite, Typ 2 zur grünen Seite.

Erfüllung rechtlicher und beruflicher Anforderungen

Abschnitt betitelt „Erfüllung rechtlicher und beruflicher Anforderungen“

In einigen Berufen sind gesetzliche Standards für das Farbsehen festgelegt, und eine genaue Typbestimmung ist erforderlich. Dazu gehören Flugzeugpiloten, Lokführer, Schiffspiloten, Polizeibeamte und Angehörige der Selbstverteidigungsstreitkräfte2). In diesen Berufen reichen Screening-Tests wie die Ishihara-Tafeln allein nicht aus, und eine zahlenmäßige Beurteilung des Abgleichbereichs mit einem Anomaloskop kann erforderlich sein.

Bei erworbener Farbsehstörung (verursacht durch Erkrankungen des Sehnervs, der Makula, medikamentenbedingte Farbsehstörung usw.) ist die Tatsache, dass sich der Gleichungsbereich im Laufe der Zeit verändert, ein wichtiger Hinweis zur Abgrenzung gegenüber der angeborenen Farbsehstörung. Bei angeborener Farbsehstörung bleibt der Gleichungsbereich ein Leben lang stabil, während er sich bei erworbener Farbsehstörung je nach Aktivität der Grunderkrankung verändert5). Daher ist eine wiederholte Anomaloskop-Untersuchung bei Verdacht auf eine erworbene Farbsehstörung sinnvoll.

Die genaue Dokumentation von Art und Ausmaß der angeborenen Rot-Grün-Farbsehstörung ist für die genetische Beratung auf Grundlage des X-chromosomal-rezessiven Erbgangs hilfreich. Bei einigen Trägerinnen zeigt sich eine leichte Erweiterung des Gleichungsbereichs, und eine genaue Beurteilung mit dem Anomaloskop kann manchmal die Trägerdiagnose unterstützen6).

Da das Gerät teuer ist und in der Bedienung Erfahrung erfordert, ist es auf Universitätskliniken und spezialisierte augenärztliche Einrichtungen beschränkt. Viele allgemeine Augenarztpraxen verfügen nicht über ein Anomaloskop.

6. Grenzen und Vorsichtsmaßnahmen der Untersuchung

Abschnitt betitelt „6. Grenzen und Vorsichtsmaßnahmen der Untersuchung“

Situationen, in denen die Untersuchung nicht anwendbar ist oder die Interpretation Vorsicht erfordert

Abschnitt betitelt „Situationen, in denen die Untersuchung nicht anwendbar ist oder die Interpretation Vorsicht erfordert“
  • Nicht beurteilbar: Typ-3-Farbsehstörung (angeborene Blau-Gelb-Sehschwäche): Da das Nagel-Anomaloskop nur die Rayleigh-Gleichung (Rot-Grün) verwendet, kann es eine Typ-3-Farbsehstörung, also eine Störung der S-Zapfen, nicht beurteilen. Für eine genaue Untersuchung der Typ-3-Farbsehstörung ist ein Gerät erforderlich, das die Moreland-Gleichung unterstützt
  • Umgang mit S-Zapfen-Monochromasie und Stäbchen-Monochromasie: Da der beim Anomaloskop verwendete Wellenlängenbereich (546–670 nm) für S-Zapfen fast keine Empfindlichkeit aufweist, liefert S-Zapfen-Monochromasie Ergebnisse, die der Stäbchen-Monochromasie ähneln. Um diese beiden zu unterscheiden, ist ein Ganzfeld-ERG erforderlich
  • Nicht für Screening geeignet: Da die Untersuchung lange dauert und eine gewisse Fertigkeit erfordert, wird sie nicht für Massenscreenings verwendet3)
  • Bei verminderter Sehschärfe: Liegt die korrigierte Sehschärfe unter 0,1, wird die Beobachtung des Gesichtsfelds durch das Okular schwierig, und die Genauigkeit der Untersuchung nimmt ab
  • Veränderungen des Abgleichbereichs bei erworbenen Farbsehstörungen: Bei erworbenen Farbsehstörungen verändert sich der Abgleichbereich im Laufe der Zeit, sodass eine einzelne Messung mitunter nicht ausreicht, um eine Beurteilung vorzunehmen
  • Kalibrierung von Lichtquelle und Gerät: Die Alterung der Lichtquelle und eine unzureichende Kalibrierung des Geräts können die Ergebnisse beeinflussen, daher ist eine regelmäßige Wartung erforderlich
  • Ausschluss von Brillen mit Farbfilter zur Unterstützung des Farbsehens: Bei der Untersuchung müssen immer gewöhnliche Korrekturbrillen (ohne Farbfilter) verwendet werden

Die weltweite Prävalenz der angeborenen Rot-Grün-Farbsehstörung wird bei Männern auf etwa 8 % und bei Frauen auf etwa 0,5 % geschätzt, mit Unterschieden zwischen den Bevölkerungsgruppen1). Die Prävalenz variiert je nach Ethnie und Region; bei japanischen Männern werden etwa 5 % und bei Frauen etwa 0,2 % berichtet. Aufgrund dieser hohen Prävalenz gilt es als wichtig, angemessene Farbsinnprüfungen bei Schuluntersuchungen und Einstellungsuntersuchungen einzurichten7).

Klassische optische Anomaloskope verwenden Halogenlampen und Interferenzfilter, doch in den letzten Jahren hat die Entwicklung von digitalen Anomaloskopen auf LED- und Monitorbasis Fortschritte gemacht3). Durch die Digitalisierung soll die Tragbarkeit verbessert und die Durchführung außerhalb spezialisierter Einrichtungen möglich werden.

Es wird an einfachen Farbabgleichstests mit den Displays von Smartgeräten geforscht. Da sie jedoch von den Farbeigenschaften des Displays, der Kalibrierung und dem Umgebungslicht beeinflusst werden, sind sie derzeit noch kein Ersatz für das Nagel-Anomaloskop.

Durch die Kombination der Genotypanalyse der L- und M-Gene mittels Next-Generation-Sequenzierung mit der phänotypischen Bewertung mit einem Anomaloskop schreitet die Forschung voran, um den Zusammenhang zwischen den Arten von Hybridgenen und dem Farbabgleichsbereich genau zu analysieren6). Die Aufklärung der Entsprechung zwischen Genotyp und Phänotyp wird voraussichtlich dazu beitragen, die Genauigkeit der genetischen Beratung zu verbessern.

  1. Birch J. Worldwide prevalence of red-green color deficiency. J Opt Soc Am A. 2012;29(3):313-320.
  2. Barbur JL, Rodriguez-Carmona M. Colour vision requirements in visually demanding occupations. Br Med Bull. 2017;122(1):51-77.
  3. Dain SJ. Clinical colour vision tests. Clinical & experimental optometry. 2004;87(4-5):276-93. doi:10.1111/j.1444-0938.2004.tb05057.x. PMID:15312031.
  4. Barbur JL, Rodriguez-Carmona M, Harlow JA, Mancuso K, Neitz J, Neitz M. A study of unusual Rayleigh matches in deutan deficiency. Vis Neurosci. 2008;25(3):507-516.
  5. Hasrod N, Rubin A. Defects of colour vision: A review of congenital and acquired colour vision deficiencies. Afr Vision Eye Health. 2016;75(1):a365.
  6. Neitz J, Neitz M. The genetics of normal and defective color vision. Vision research. 2011;51(7):633-51. doi:10.1016/j.visres.2010.12.002. PMID:21167193; PMCID:PMC3075382.
  7. 文部科学省. 学校保健安全法施行規則の一部改正等について(通知). 2014.

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