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Okuloplastik

Chalazion

Ein Chalazion ist eine Erkrankung, bei der Sekrete der Meibom-Drüsen, den Talgdrüsen des Tarsus, verstopfen und sich ansammeln, was zu einer chronischen granulomatösen Entzündung als Fremdkörperreaktion auf das degenerierte Material führt. Es unterscheidet sich grundlegend vom Gerstenkorn (Hordeolum) dadurch, dass es sich um eine nicht-infektiöse Entzündung handelt.

Die Meibom-Drüsen sind Talgdrüsen im Tarsus, die Meibum (Lipidbestandteil) absondern, den Hauptbestandteil der Lipidschicht des Tränenfilms. Ihr Sekret verhindert die Verdunstung der Tränen und trägt zur Stabilität der Augenoberfläche bei. Wenn der Ausführungsgang einer Meibom-Drüse verstopft ist, staut sich das Sekret im Gang und bildet die Grundlage für die Chalazion-Bildung.

Ein Chalazion tritt sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auf. Bei Kindern ist die Lidhaut (vorderes Blattgewebe) empfindlich, sodass die Läsion dazu neigt, in die Haut einzudringen und sich auszubreiten.

Es besteht ein starker Zusammenhang mit MGD (Meibom-Drüsen-Dysfunktion), und ein Chalazion kann als lokalisierte MGD angesehen werden. Bei multiplen oder wiederkehrenden Chalazien sollte eine Assoziation mit seborrhoischer Dermatitis oder Rosacea in Betracht gezogen werden. Diese sind alles Risikofaktoren für MGD und tragen zum Wiederauftreten von Chalazien bei.

Spaltlampenmikroskopisches Foto und Meibographiebild eines rezidivierenden Chalazions (vor und nach Behandlung)
Spaltlampenmikroskopisches Foto und Meibographiebild eines rezidivierenden Chalazions (vor und nach Behandlung)
Toida M, et al. Efficacy of combined doxycycline and intense pulsed light therapy for the management of intractable recurrent chalazion. Front Med (Lausanne). 2024;11:1454049. DOI: 10.3389/fmed.2024.1454049. Figure 3. PMCID: PMC11472733. License: CC BY.
Ein Fall eines therapierefraktären rezidivierenden Chalazions. A: Das Spaltlampenmikroskopiefoto zeigt eine erhabene Masse am Oberlidrand. B·C: Meibographiebilder vor und nach Behandlung zeigen Veränderungen der Drüsenstruktur im Zusammenhang mit MGD (Meibom-Drüsen-Dysfunktion). Dies entspricht dem Zusammenhang zwischen dem Lidmassenbefund des Chalazions und der MGD, der im Abschnitt „Hauptsymptome und klinische Befunde“ behandelt wird.

Bei einem typischen Chalazion tastet man unter der Lidhaut eine harte, runde Masse von der Größe eines Hirsekorns bis zu einer Bohne. Es besteht eine lokalisierte Rötung und Schwellung, aber kein Spontanschmerz. Die Masse befindet sich im Tarsus, ist unbeweglich und weist keine Verklebung mit der Haut auf.

In der akuten Phase mit begleitender Infektion treten Lidödem, Schwellung, Rötung, Lipidsekretion und Schmerzen auf. In diesem Stadium ist die klinische Unterscheidung vom inneren Hordeolum schwierig. Erfolgt keine spontane Resorption, nehmen Schwellung und Rötung ab, während sich in der Lidmitte ein schmerzloser Knoten (chronisches Granulom) bildet.

  • Spontanperforation zur Bindehautseite: Ein polypoides Granulom ragt aus der Bindehautoberfläche hervor
  • Spontanperforation zur Hautseite: Granulationsgewebe wird auf der Hautoberfläche freigelegt

Die Spontanperforation zur Hautseite tritt besonders häufig bei Kindern auf.

Ein unbehandeltes Hagelkorn kann aufgrund einer deutlichen Schwellung und Verformung des Augenlids zu einem Ptosis (Lidheberschwäche) oder einem Entropium (Einwärtsdrehung der Wimpern) führen.

Bei Kindern ist die Lidhaut (vorderes Gewebe) empfindlich, sodass die granulomatöse Entzündung dazu neigt, in die Haut einzudringen und sich auszubreiten. Wenn die Entfernung des Knotens hinausgezögert wird, besteht das Risiko einer Nekrose der Lidhaut. Daher ist es wichtig, die Behandlung zum richtigen Zeitpunkt zu beginnen.

Q Was ist der Unterschied zwischen einem Hagelkorn und einem Gerstenkorn?
A

Ein Hagelkorn ist eine nicht-infektiöse, chronische granulomatöse Entzündung, die durch eine Verstopfung der Meibom-Drüsen verursacht wird. Es bildet einen schmerzlosen, harten Knoten unter der Lidhaut und verläuft relativ langsam. Ein Gerstenkorn hingegen ist eine akute eitrige Entzündung durch eine bakterielle Infektion, die schmerzhaft ist und schnell zu Rötung und Schwellung führt. Ein akutes Hagelkorn und ein inneres Gerstenkorn können aufgrund ähnlicher Symptome schwer zu unterscheiden sein, aber in der chronischen Phase ist ein schmerzloser, elastischer Knoten charakteristisch für ein Hagelkorn.

Das Hagelkorn wird je nach Pathologie und Verlauf in vier Typen eingeteilt.

TypHauptmerkmaleDifferenzialdiagnostische Punkte
Typisches (chronisches) HagelkornSchmerzloser, harter Knoten, keine RötungElastisch, keine Verklebung mit der Haut
Akutes HagelkornMit Schmerzen, Rötung und SchwellungSchwer von innerem Gerstenkorn zu unterscheiden
Selbstzerstörender Typ (konjunktivale Seite)Bildung eines polypoiden GranulomsGranulomvorwölbung durch die Bindehaut
Selbstzerstörender Typ (Hautseite)Granulom auf der Hautoberfläche freiliegendHäufig bei Kindern

Das typische (chronische) Hagelkorn ist schmerzlos, ohne Rötung und gekennzeichnet durch eine harte, schmerzlose Schwellung. Bei der Palpation ist es elastisch und nicht mit der Haut verwachsen.

Das akute Hagelkorn ist ein Zustand, bei dem sich die Entzündung durch eine begleitende Infektion verschlimmert, mit Schmerzen, Rötung und Schwellung des Augenlids. Die klinische Unterscheidung vom inneren Gerstenkorn ist oft schwierig. Nach Abklingen der akuten Phase geht es in ein typisches Hagelkorn über.

Der selbstzerstörende Typ ist ein Zustand, bei dem der Inhalt spontan abfließt; bei Durchbruch zur Bindehautseite bildet sich ein polypoides Granulom. Der Durchbruch zur Hautseite tritt besonders häufig bei Kindern auf und kann zu einer Verformung des Augenlids führen.

Man tastet eine harte subkutane Masse am Augenlid. Sie ist elastisch und nicht mit der Haut verwachsen. Die Masse ist in der Tarsusplatte fixiert und unbeweglich, was charakteristisch ist.

Das Lid wird umgestülpt, um die Bindehautoberfläche zu betrachten. Beurteilt werden Vorwölbung und Rötung der Bindehaut sowie das Vorliegen eines Durchbruchs zur Bindehautseite (polypoides Granulom).

Beurteilung des Ausmaßes von Astigmatismus und Hornhautepithelschädigung durch Druck auf die Hornhaut. Ein großes Chalazion kann durch Hornhautkompression einen irregulären Astigmatismus verursachen.

Abgrenzung zum Talgdrüsenkarzinom (Meibom-Drüsenkarzinom) — am wichtigsten

Das Talgdrüsenkarzinom ist bei kurzer Nachbeobachtungszeit sehr schwer von einem Chalazion zu unterscheiden. Die folgenden Befunde sprechen stark für ein Talgdrüsenkarzinom:

  • Unregelmäßige Oberfläche der Haut oder Bindehaut mit unregelmäßigem Wachstumsmuster
  • Kaliberunterschiede oder abnormer Verlauf der Blutgefäße
  • Häufiger am Oberlid (bevorzugt am Oberlid gegenüber dem Unterlid)
  • Gelb-weißliche Farbe aufgrund des Fettgehalts
  • Inhalt bei Inzision nicht breiig, sondern gelb-weißliche kleine körnige Tumormasse

Beobachten Sie das Ansprechen auf Medikamente und führen Sie bei der Entfernung unbedingt eine histopathologische Untersuchung durch.

Weitere Differenzialdiagnosen:

  • Inneres Gerstenkorn: Ähnliche Symptome wie akutes Chalazion. Akute eitrige Entzündung durch bakterielle Infektion.
  • Lidhämangiom (tief): Bei Kindern differenzialdiagnostisch zu erwägen. Durchscheinende, bläuliche Masse.
  • Dakryozystitis: Bei Kindern als Masse nahe dem inneren Augenwinkel differenzialdiagnostisch zu erwägen.
Q Was vermuten Sie bei wiederkehrendem Chalazion?
A

Bei wiederkehrenden Chalazien sollte an ein gleichzeitiges Vorliegen von MGD (Meibom-Drüsen-Dysfunktion), seborrhoischer Dermatitis und Rosacea gedacht werden. Diese sind Risikofaktoren für MGD und tragen zum gehäuften Auftreten und Wiederauftreten von Chalazien bei. Darüber hinaus ist bei wiederkehrenden Fällen, die vor allem das Oberlid betreffen oder gelb-weißes, nicht atheromatöses Material aufweisen, die Abgrenzung zum Talgdrüsenkarzinom wichtig; daher ist bei der Entfernung stets eine histopathologische Untersuchung erforderlich.

Warme Kompressen

Ein mit warmem Wasser angewärmtes Handtuch etwa 10 Minuten lang auf das Lid drücken, anschließend das Lid massieren. Zusätzlich reinigt man das Lid mit einem Shampoo; dies entfernt nicht nur abnorme Sekrete am Lidrand, sondern die Reibung dient auch als Lidmassage und steigert die Wirksamkeit der warmen Kompressen. Warme Kompressen sind für beginnende und leichte Chalazien geeignet.

Lokale Steroidinjektion

  • Medikament: Triamcinolon (Triamcinolonacetonid)
  • Dosis: 0,25 bis 0,1 ml
  • Verabreichungsweg: Injektion unter die Bindehaut im Bereich der Lidschwellung
  • Wirksamkeitsbeurteilung: Wenn 1–2 Wochen nach der Injektion eine Verkleinerung der Schwellung festgestellt wird, erneute Injektion.

Bei beginnenden und leichten Chalazien wird zusätzlich zu warmen Kompressen eine Steroidinjektion durchgeführt. Bei fibrotisch veränderten Knoten ist die Wirkung begrenzt. Eine Metaanalyse (Aycinena et al. 2016, Ophthalmic Plast Reconstr Surg[³]) berichtet eine Erfolgsrate von etwa 60 % nach einer Steroidinjektion und etwa 72 % nach 1–2 Injektionen, während die Inzision und Kürettage (I&C) eine Erfolgsrate von etwa 78 % nach einem Eingriff und etwa 87 % nach 1–2 Eingriffen aufweist, was darauf hindeutet, dass die chirurgische Behandlung hinsichtlich Ansprechrate und Rezidivvermeidung überlegen ist. Eine randomisierte kontrollierte Studie zu primären Chalazien (Ben Simon et al. 2011, Am J Ophthalmol[⁴]) fand jedoch keinen signifikanten Unterschied in der Wirksamkeit zwischen beiden, sodass eine fallabhängige Auswahl wünschenswert ist.

Bei Kindern ist aufgrund der Notwendigkeit einer Vollnarkose die Hürde für einen chirurgischen Eingriff hoch. Daher wird meist zunächst eine konservative Behandlung versucht.

  • Antibiotische Augentropfen können versucht werden.
  • Steroid-Augentropfen sind wirksam, sollten jedoch in niedriger Konzentration unter Beachtung eines möglichen Augeninnendruckanstiegs verwendet werden.
  • Bei multiplen oder wiederkehrenden Fällen werden ab der akuten Phase antibiotische Augentropfen und orale Antibiotika (Cephalosporine) kombiniert.

Eine chirurgische Entfernung ist indiziert, wenn die konservative Behandlung nicht anschlägt oder der Tumor groß ist und das Aussehen oder die Funktion beeinträchtigt.

Anästhesie

Eine Infiltrationsanästhesie subkonjunktival und subkutan im Augenlid wird mit 2%igem Lidocainhydrochlorid (Xylocain®) durchgeführt.

Transkonjunktivaler Zugang (Standardtechnik)

Der Vorteil besteht darin, dass keine Hautnarbe zurückbleibt, da kein Hautschnitt erfolgt.

  1. Das Chalazion mit einer Chalazion-Klemme fassen.
  2. Das Augenlid umstülpen, um die Bindehautoberfläche freizulegen.
  3. Die Position des Chalazions bestätigen.
  4. Einen kleinen 2-3 mm langen Schnitt senkrecht zum Lidrand in der Mitte des Tumors setzen.
  5. Das eingelagerte breiige Material (eine Mischung aus Fett und Zelltrümmern) tritt aus.
  6. Das breiige Material mit Gaze oder einem scharfen Löffel auskratzen.
  7. Das verbleibende Kollagengewebe mit einer Hakenpinzette und Schere ausreichend entfernen.

Transpalpebraler Hautzugang

Diese wird gewählt bei starker Infiltration zur Hautseite oder bei spontaner Ruptur mit ausgedehnter Hautbeteiligung.

  1. Lidsperrer anlegen
  2. Die Haut in der Nähe des Chalazions parallel zum Lidrand etwa 1,5–2 cm inzidieren
  3. Subkutangewebe und Musculus orbicularis abpräparieren
  4. Die Vorderwand des Chalazions direkt über dem Tumor freilegen
  5. Parallel zum Lidrand inzidieren und den inneren breiigen Inhalt entleeren
  6. Kollagenfaserkürettage mit Hakenpinzette und Schere durchführen
  • Bei Kindern ist die Lidhaut (vorderes Lamellengewebe) fragil, sodass die granulomatöse Entzündung leicht zur Hautseite infiltrieren und sich ausbreiten kann
  • Zögern bei der Tumorentfernung birgt das Risiko einer fortschreitenden Nekrose der Lidhaut
  • Bei Kindern wird die Operation in der Regel in Vollnarkose durchgeführt
  • Bei multiplen oder rezidivierenden Fällen bereits in der akuten Phase antibiotische Augentropfen und orale Antibiotika (Cephalosporine) beginnen

Pathohistologische Untersuchung des Exzidats

Es ist schwierig, ein Chalazion von einem Talgdrüsenkarzinom durch eine kurze Beobachtungszeit zu unterscheiden. Entnommenes Gewebe muss immer zur pathologischen Untersuchung eingeschickt werden. Insbesondere in den folgenden Fällen sollte die Möglichkeit eines Talgdrüsenkarzinoms in Betracht gezogen werden.

  • Tumor am Oberlid
  • Fälle mit wiederholten Rezidiven
  • Fälle, bei denen der Inhalt bei Inzision nicht breiig, sondern gelb-weiß und körnig ist
Q Heilt ein Chalazion durch Erwärmen?
A

Bei frühen und leichten Chalazien kann eine Besserung durch warme Kompressen und Lidmassage erreicht werden. Die Erfolgsrate der konservativen Therapie liegt bei etwa 80 %. Ein mit warmem Wasser angewärmtes Handtuch wird etwa 10 Minuten auf das Lid gelegt, anschließend wird das Lid massiert. Die Zugabe einer Lidrandshampoo kann die Wirkung verstärken. Bei fibrotisch veränderten Knoten ist die konservative Therapie jedoch nur begrenzt wirksam, und eine chirurgische Exzision ist erforderlich.

Q Wie wird die Chalazion-Operation durchgeführt?
A

Die Standardtechnik ist der transkonjunktivale Zugang. Unter Lokalanästhesie mit 2% Lidocainhydrochlorid wird das Lid umgestülpt, um die Bindehautoberfläche freizulegen, und in der Mitte des Knotens wird ein 2-3 mm langer, senkrecht zum Lidrand verlaufender kleiner Schnitt gesetzt. Der breiige Inhalt wird mit Gaze oder einem scharfen Löffel entfernt, anschließend werden die restlichen Kollagenfasern mit einer Hakenpinzette und Schere gründlich ausgeräumt. Da kein Hautschnitt erfolgt, bleibt keine Hautnarbe zurück. Der intraoperative Schmerz wird durch die Lokalanästhesie minimiert.

6. Pathophysiologie und detaillierte Entstehungsmechanismen

Abschnitt betitelt „6. Pathophysiologie und detaillierte Entstehungsmechanismen“

Die Meibom-Drüsen sind Talgdrüsen (eine Art von Talgdrüsen) in der Tarsalplatte, die Meibum (Lipide) als Hauptbestandteil der Lipidschicht des Tränenfilms sezernieren. Meibum bildet eine Lipidschicht auf der Oberfläche des Tränenfilms, verhindert die Verdunstung der Tränen und trägt zur Stabilisierung der Augenoberfläche bei. Es gibt etwa 20-30 Meibom-Drüsen pro Lid, die durch kleine Öffnungen am Lidrand münden.

  1. Verschluss des Ausführungsgangs der Meibom-Drüse (starke Assoziation mit MGD)
  2. Ansammlung von Sekret im Gang. Das Sekret der Meibom-Drüsen ist eine Mischung aus Fett und Zelltrümmern, die Keratin enthalten.
  3. Auslösung einer Fremdkörperreaktion auf das angesammelte degenerierte Material.
  4. Es kommt zu einer chronischen granulomatösen Entzündung mit Infiltration von Epitheloidzellen, mehrkernigen Riesenzellen und Lymphozyten.
  5. Kollagenfasern proliferieren, die Fibrose schreitet fort und ein Granulom (Chalazion) entsteht.

Ein wesentliches Merkmal dieser Erkrankung ist, dass eine bakterielle Infektion an diesem Pathomechanismus nicht beteiligt ist.

In der Pathohistologie des Chalazions überwiegt Granulationsgewebe, bestehend aus Infiltration von Neutrophilen, Lymphozyten und Plasmazellen sowie Kapillarproliferation. Teilweise sind auch Schaumzellmakrophagen und Epitheloidzellen zu sehen. Das Granulationsgewebe ist von Bindegewebe aus Kollagen umgeben. Dies ist die histologische Grundlage der harten, tastbaren Masse beim chronischen Chalazion.

Das Chalazion kann als lokalisierte MGD der Meibom-Drüse betrachtet werden. Das Vorliegen einer generalisierten MGD erhöht das Risiko eines Infarkts mehrerer Drüsengänge, was zu multiplen und rezidivierenden Chalazia führt. Seborrhoische Dermatitis und Rosazea sind wichtige Risikofaktoren für MGD, und Patienten mit diesen Komorbiditäten neigen zu wiederkehrenden Chalazia. Bei multiplen und rezidivierenden Fällen ist auch die Behandlung der Grunderkrankungen wichtig.

Eine prospektive Studie mittels Infrarot-Meibographie (Li et al. 2020, BMC Ophthalmol[⁵]) zeigte, dass auch nach Abheilung eines Chalazions ein Verlust von Meibom-Drüsen an der betroffenen Stelle bestehen bleibt und dass das Ausmaß unabhängig von der Behandlung (konservativ vs. chirurgisch) von der Größe der Masse abhängt. Darüber hinaus berichteten Hanna et al. (2022, Int Ophthalmol[⁶]) über eine Verbesserung der Meibom-Drüsen-Indizes des gesamten betroffenen Augenlids nach Chalazion-Exzision, was darauf hindeutet, dass die chirurgische Behandlung auch zur Verbesserung der MGD beitragen kann.

Prognose der konservativen Therapie

Die Erfolgsrate der konservativen Therapie wird oft mit etwa 80 % angegeben (Wu et al. 2018, Acta Ophthalmol[¹]). Bei fibrosierten Massen kann die Lidverhärtung jedoch nicht vollständig beseitigt werden. Die Fortsetzung von warmen Kompressen und Lidhygiene ist auch zur Rezidivprophylaxe im Rahmen des MGD-Managements wirksam (Tashbayev et al. 2024, Curr Eye Res[²]).

Prognose der chirurgischen Therapie

Die Prognose der chirurgischen Therapie ist in der Regel gut. Bei unzureichender Kürettage der Kollagenfasern kann jedoch postoperativ eine Lidverhärtung bestehen bleiben, die zu Patientenreklamationen führt. Eine ausreichende Kürettage ist der Schlüssel zum postoperativen Erfolg.

Über Rezidive

Bei zugrundeliegender MGD ist das Rezidivrisiko hoch. Es ist wichtig, postoperativ zur Fortsetzung von warmen Kompressen und Lidhygiene anzuleiten, um Rezidive zu verhindern. Bei multiplen und rezidivierenden Fällen sollte parallel auch die Behandlung von seborrhoischer Dermatitis und Rosazea erfolgen.

Risiko des Übersehens eines Talgdrüsenkarzinoms

Wird die Abgrenzung zum Talgdrüsenkarzinom verpasst, ist die Prognose ungünstig. Es ist wichtig, in allen Fällen die entnommenen Proben zur pathologischen Untersuchung einzusenden. Besondere Wachsamkeit ist bei Tumoren des Oberlids, Rezidiven und nicht atheromatösem Inhalt geboten.

Besonderheiten bei Kindern

Achten Sie auf die Tendenz zur Infiltration der Haut. Bei verzögerter Operation steigt das Risiko einer Nekrose der Lidhaut. Eine Operation in Vollnarkose ist erforderlich, aber bei rechtzeitigem Eingriff ist eine gute Prognose zu erwarten.

  1. Wu AY, Gervasio KA, Gergoudis KN, Wei C, Oestreicher JH, Harvey JT. Conservative therapy for chalazia: is it really effective? Acta Ophthalmol. 2018;96(4):e503-e509. doi:10.1111/aos.13675. PMID: 29338124. PMCID: PMC6047938.

  2. Tashbayev B, Chen X, Utheim TP. Chalazion Treatment: A Concise Review of Clinical Trials. Curr Eye Res. 2024;49(2):109-118. doi:10.1080/02713683.2023.2279014. PMID: 37937798.

  3. Aycinena ARP, Achiron A, Paul M, Burgansky-Eliash Z. Incision and Curettage Versus Steroid Injection for the Treatment of Chalazia: A Meta-Analysis. Ophthalmic Plast Reconstr Surg. 2016;32(3):220-224. doi:10.1097/IOP.0000000000000483. PMID: 26035035.

  4. Ben Simon GJ, Rosen N, Rosner M, Spierer A. Intralesional triamcinolone acetonide injection versus incision and curettage for primary chalazia: a prospective, randomized study. Am J Ophthalmol. 2011;151(4):714-718.e1. doi:10.1016/j.ajo.2010.10.026. PMID: 21257145.

  5. Li J, Li D, Zhou N, Qi M, Luo Y, Wang Y. Effects of chalazion and its treatments on the meibomian glands: a nonrandomized, prospective observation clinical study. BMC Ophthalmol. 2020;20(1):278. doi:10.1186/s12886-020-01557-z. PMID: 32652956. PMCID: PMC7353760.

  6. Hanna S, Hartstein M, Mukari A, Shor S, Habib G, Hamed Azzam S. Global improvement in meibomian glands after chalazion surgery demonstrated by meibography. Int Ophthalmol. 2022;42(8):2591-2598. doi:10.1007/s10792-022-02307-4. PMID: 35412124.

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