Weicher bis mittelharter Kern (Grad I–III)
Soft-Chop: Minimierung des Ultraschalleinsatzes
Divide-and-Conquer: Leicht erlernbar und sicher
Stop-and-Chop: Mittlerer Schwierigkeitsgrad, vielseitig einsetzbar
Die Phakoemulsifikation ist das Standardverfahren der modernen Kataraktchirurgie. Der Kernschritt ist die Spaltung und Zertrümmerung des Linsenkerns (Nukleofraktis), für die mehrere Techniken existieren.
Durch die Zerteilung des Kerns in kleine Fragmente kann der Einsatz von Ultraschallenergie minimiert werden. Dies schützt die Hornhautendothelzellen und erhält die postoperative Sehkraft.
Zur Klassifikation der Kernhärte wird allgemein die Emery-Little-Klassifikation (Grad I–V) verwendet.
| Grad | Härte | Aussehen/Merkmale |
|---|---|---|
| Grad I | Weicher Kern | Fast transparent, Kern kaum sichtbar |
| Grad II | Etwas weich | Gelblicher Farbton, leicht getrübt |
| Grad III | Mittel | Gelb bis bernsteinfarben |
| Grad IV | Harter Kern | Bernstein bis bräunlich |
| Grad V | Sehr harter Kern | Schwarz, einschließlich Morgagni-ähnlicher Degeneration |
Je härter der Kern, desto mehr Ultraschallenergie wird benötigt, was die Belastung für Hornhautendothel und hintere Kapsel erhöht.
Diese repräsentative Technik wurde von Gimbel (1991) entwickelt.
Geeignet für mittelharte Kerne (Grad II–IV). Die Technik ist relativ leicht zu erlernen und gilt als anfängergeeignet.
Diese Technik wurde von Nagahara (1993) entwickelt.
Da der Kern vor der Ultraschallbestrahlung mechanisch gespalten wird, ist der Energieverbrauch gering. Besonders wirksam bei harten Kernen (Grad III–V).
:::tip Auswahl des Choppers Horizontale und vertikale Chopper unterscheiden sich im Zugangswinkel zum Kern. Die Wahl erfolgt je nach Kerngröße, Härte und Vorderkammertiefe. :::
Diese von Koch (1994) entwickelte Technik ist ein Kompromissverfahren.
Diese Technik kombiniert die Vorteile von Divide-and-Conquer und Phaco-Chop. Sie eignet sich für mittelharte bis harte Kerne und ist auch in der Übergangsphase des Lernens geeignet.
Laut einer Metaanalyse zeigt Phaco-Chop im Vergleich zu Divide-and-Conquer einen Vorteil beim Hornhautendothelschutz: Die Differenz der Endothelzellzahl beträgt MD −221,67 Zellen/mm² (besser in der Phaco-Chop-Gruppe), und die kumulative dissipierte Energie (CDE) beträgt MD −8,68 Einheiten (signifikanter Unterschied)1). Die Operationszeit unterscheidet sich jedoch nicht signifikant, und die Erfahrung des Chirurgen muss ebenfalls berücksichtigt werden.
Diese von Akahoshi (um 1997) entwickelte Technik: Die Phakospitze wird tief in den Kern eingeführt, und der Kern wird durch vertikales Auseinanderziehen gespalten. Geeignet für Fälle mit kleiner Pupille oder flacher Vorderkammer, bei denen wenig Platz für den horizontalen Eintritt des Choppers ist.
Niedrigenergie-Technik für weiche Kerne (Grad I–II). Durch mechanische Spaltung mittels Traktion am Kern wird die Ultraschallbestrahlung minimiert.
Technik, bei der nach der Erzeugung eines Kraters ein Chop kombiniert wird. Wird bei sehr harten Kernen (Grad IV–V) angewendet, wenn ein alleiniger Chop schwierig ist.
Technik, bei der der Kern schrittweise auf mehreren Tiefenebenen gespalten wird. Ermöglicht eine sichere Behandlung großer und sehr harter Kerne.
Technik, bei der der Kern aus dem Kapselsack in die Vorderkammer oder auf die Irisebene prolabiert und emulsiert wird. Wird manchmal bei kleinen Pupillen oder Zonulaschwäche angewendet, wenn die intra-kapsuläre Manipulation schwierig ist.
Technik, bei der der Kern vor dem Einstechen der Spitze mit einem speziellen Instrument mechanisch gespalten wird. Charakteristisch ist, dass der Kern ohne jegliche Ultraschallenergie in 2–4 Teile gespalten werden kann.
Phako-Chirurgie nach Durchführung der Kapsulorhexis, Kernspaltung und Hornhautinzision mit einem Femtosekundenlaser. Die Laser-Kernspaltung soll die Ultraschallenergie reduzieren, jedoch wird der klinische Unterschied zur konventionellen Chirurgie weiterhin diskutiert.
Im Allgemeinen wird die Divide-and-Conquer-Technik für Anfänger empfohlen. Die Schritte sind klar und leicht zu erlernen, und sie ist für Kerne bis mittlerer Härte geeignet. Phako-Chop ist energieeffizienter, erfordert jedoch Übung, um den Chopper präzise unter die Äquatorkapsel einzuführen. Der übliche Trainingsablauf ist: zuerst Divide-and-Conquer erlernen, dann über Stop-and-Chop zum Phako-Chop übergehen.
Weicher bis mittelharter Kern (Grad I–III)
Soft-Chop: Minimierung des Ultraschalleinsatzes
Divide-and-Conquer: Leicht erlernbar und sicher
Stop-and-Chop: Mittlerer Schwierigkeitsgrad, vielseitig einsetzbar
Harter Kern / sehr harter Kern (Grad IV–V)
Phakochop: Mechanische Fragmentierung reduziert Energie 1)
Vertikaler Chop: Geeignet bei flacher Vorderkammer oder kleiner Pupille
Crater & Chop: Schrittweiser Ansatz für sehr harte Kerne
Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2024 (Guedes et al.) verglich 9 Studien mit 837 Patienten. 1)
| Parameter | Mittlere Differenz (MD) | p-Wert | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Endothelzellzahl | −221,67 Zellen/mm² | 0,02 | Phakochop überlegen |
| Kumulative Streuenergie (CDE) | −8,68 Einheiten | <0,01 | Phakochop überlegen |
| Ultraschallzeit (UST) | −51,16 Sekunden | 0,04 | Phakochop überlegen |
| Ultraschallleistungszeit (PT) | −55,09 Sekunden | 0,01 | Phakochop überlegen |
| Operationszeit (gesamt) | Kein Unterschied | 0,18 | Kein signifikanter Unterschied |
Die Phakochop-Technik hat Vorteile hinsichtlich der Ultraschallenergie und des Hornhautendothelschutzes gezeigt. 1) Allerdings gab es keinen signifikanten Unterschied in der Gesamtoperationszeit. 1)
:::caution Hinweise zur Technikauswahl Die Phakochop-Technik erfordert Übung. Die Wahl sollte unter Berücksichtigung der Erfahrung des Chirurgen, der Einrichtungsbedingungen und der Augenparameter des Patienten (Vorderkammertiefe, Zustand der Zonulafasern) getroffen werden. Die Evidenz dient lediglich als Referenz; die Anwendung auf einzelne Fälle erfordert klinische Entscheidungsfindung. :::
Der Linsenkern besteht aus dem Epinukleus und dem Endonukleus. Mit zunehmender Kernhärte werden die Proteinvernetzungen im Kern dichter und die Elastizität nimmt ab.
Die Divide-and-Conquer-Technik schwächt den Kern durch thermische und mechanische Wirkung des Ultraschalls, bevor er gespalten wird. Die Phakochop-Technik setzt zuerst eine mechanische Scherkraft ein, um die nachfolgende Ultraschallmenge zu reduzieren.
Beide Techniken verfolgen dasselbe Ziel: Den fragmentierten Kern sicher aus dem Kapselsack zu entfernen und die Hinterkapsel zu schützen.
Die schwerwiegendsten intraoperativen Komplikationen sind Hinterkapselruptur und Kernluxation. Wichtig sind die Kontrolle der Bewegungsbahn während der Emulsifikation und die Einhaltung eines angemessenen Abstands zur Hinterkapsel.
Die Überlegenheit der Phakochop-Technik gegenüber der Divide-and-Conquer-Technik hinsichtlich Hornhautendothelschutz und Reduzierung der Ultraschallenergie wurde in einer Metaanalyse von 2024 erneut bestätigt. 1)
Zu den zukünftigen Herausforderungen gehören:
:::danger Haftungsausschluss Dieser Artikel dient der allgemeinen Aufklärung über medizinische Informationen und empfiehlt keine spezifische Operationstechnik. Die tatsächliche Operationsindikation und Technikauswahl sollte der behandelnde Arzt nach Beurteilung des Patientenzustands treffen. :::